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Historische Ereignisse

Flucht und Vertreibung
Sonntag, 29.01.2017 14:00 Uhr
Phoenix
Sonntag
29.01.2017
14:00 Uhr
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Darin die Dokumentationen:

* ZDF-History: Kalte Heimat - Vertriebene in Deutschland

Vierzehn Millionen Deutsche verlieren im und nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur Haus und Hof, sondern auch ihre Heimat. Für Ostpreußen, Pommern, Schlesier und Sudetendeutsche ist die neue Heimat im Westen anfangs leider eine kalte.
Häufig sind die Vertriebenen nicht willkommen. Sie werden als "Polacken" und "Rucksackdeutsche" diffamiert und müssen oft in ärmlichen Notunterkünften wohnen. Erst nach Jahren verschaffen sie sich Respekt durch ihren Aufbauwillen und ihre Leistungsbereitschaft.
Julia Neigel - heute eine bekannte Rocksängerin - ist fünf Jahre alt, als sie mit ihren Eltern im Dezember 1971 aus der Sowjetunion nach Deutschland kommt. Ihre Familie war im Krieg getrennt worden und wird erst nach 30 Jahren wieder zusammen finden. Julia Neigels Großmutter stirbt in Stalins Gulag, ihre eigene Mutter überlebt. Dreizehn Jahre stellt die Familie Ausreiseanträge, bis sie endlich nach Ludwigshafen ausreisen darf, wo Julias Großvater, der schon vorher fliehen konnte, sie erwartet.
Julias Start in ihrer neuen deutschen Schule ist schlecht. Sie wird ausgegrenzt und gedemütigt. Früher in Russland das Nazi-Kind, jetzt in Deutschland "die böse Russin". Immer wieder wird sie von den Nachbarsjungen verprügelt. Als Julia Neigel vor einigen Jahren zurück reist nach Barnaul in Sibirien, wo sie geboren wurde, sei das ein Schock gewesen, sagt sie. Die Armut der Menschen habe ihr fast das Herz gebrochen, doch ihre Herzlichkeit habe vieles geheilt. Zurück bleibt vor allem das Gefühl von Dankbarkeit: "Ich habe das Hierherkommen und das Hierleben immer als ein Riesenglück und als Riesenfreiheit empfunden, und ich bin sehr froh hier zu sein."
Film von Guido Knopp

* Wolfskinder

Die Familie, Eltern, Großeltern und acht Kinder lebten in einem Siedlungshaus am Rande der ostpreußischen Kreisstadt Labiau. Günter, der Zweitjüngste, stirbt 1943 an Kinderlähmung. Lieschen, die Älteste, wird Anfang 1945 von einem Lager des Reichsarbeitsdienstes aus evakuiert. Unmittelbar vor den heranrückenden sowjetischen Truppen verlässt die Mutter mit ihren Kindern und der Großmutter die Heimatstadt, die Großmutter verliert man unterwegs aus den Augen. Mit einem Treck geht es weiter in Richtung Pillau. Ruth, die Zweitälteste, wird zufällig von den anderen getrennt, schlägt sich durch nach Lüneburg, um dann Kontakt mit der ältesten Schwester aufzunehmen. Der Rest der Familie wird im saarländischen Gutsdorf Polennen von der Front überrollt. Der älteste Sohn Kurt kommt durch einen Bombensplitter um.
Die Familie kehrt in die Heimatstadt zurück, die Versorgungslage wird jedoch immer schlechter. Die Familie siedelt nach Litauen über, wo sie abermals getrennt werden. Zumindest die Jungen werden in Litauen recht heimisch, bevor sie dann doch mit einem organisierten Rücktransport in die DDR gelangen. Über den Suchdienst finden sie Kontakt zur Familie in Hamburg, wohin schon der Vater aus der Kriegsgefangenschaft und nach ihm die Mutter mit dem Jüngsten nach der Vertreibung aus der Heimat gelangt war. Anhand von Interviews, Statements, Fotos und historischen Materialien schildert die Familie ihr Schicksal, insbesondere die Hilfsbereitschaft der litauischen Bauern.
Film von Eberhard Fechner

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 29.01.2017 um 14:00 Uhr auf Phoenix.