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Weltbilder

Moderation: Julia-Niharika Sen
Samstag, 04.02.2017 16:30 Uhr
tagesschau24
Samstag
04.02.2017
16:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild


* Chile: Kampf gegen die Flammen

Es sind die schlimmsten Waldbrände in der Geschichte des Landes. Elf Menschen kamen bislang in Chile in den Flammen ums Leben, 400.000 Hektar Land sind abgebrannt. Tausende Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. Nun ist auch international die Hilfe angelaufen. Mehr als 11.000 Einsatzkräfte kämpfen gegen das Feuer. Schockierend ist, dass die Behörden in vielen Fällen von Brandstiftung ausgehen.

* Finnland: bedingungsloses Grundeinkommen im Test

Der einstige "EU-Musterschüler" Finnland befindet sich in der Krise. Hohe Arbeitslosigkeit, stagnierende Wirtschaft, überlastete Sozialsysteme. Jetzt wagt die Regierung ein Experiment. Sie testet das bedingungslose Grundeinkommen. 2.000 zufällig ausgewählte Arbeitslose bekommen zwei Jahre lang 560 Euro monatlich ausgezahlt.

* Israel: Euphorie bei den Siedlern

Die größte israelische Siedlung im Westjordanland liegt sieben Kilometer östlich von Jerusalem entfernt: Ma'ale Adumim. 40.000 Einwohner leben hier, nun soll sich die Zahl verdoppeln. Mit diesem Plan ist der Bürgermeister gerade aus Washington zurückgekehrt, wo er die Amtseinführung von Donald Trump besucht hat. Trump verstehe Israel, sagt er, unter Obama hätten sie keinen Stein bewegen dürfen, jetzt aber sei eine neue Dekade angebrochen. So sieht es offenbar auch der israelische Premier Netanjahu: alle Restriktionen für Bauvorhaben im Ostteil Jerusalems seien aufgehoben. Einen regelrechten Bauboom hat die Wahl Trumps hervorgerufen. Für die Palästinenser ist dies nicht nur eine Provokation. Wenn der Korridor zwischen der Siedlung Ma'ale Adumim und Jersulam zugebaut werden würde, dann gäbe es kaum Möglichkeiten für sie, in den Ostteil Jerusalems zu reisen.

* Polen: Topmodel mit 82 Jahren

Helena Norowicz ist das älteste Model Polens und eines der ältesten der Welt. Seit zwei Jahren ist sie wieder sehr gefragt. Früher war sie Schauspielerin, nun posiert sie auf Laufstegen und vor der Kamera. Es begann alles mit einem Anruf eines jungen Modedesigners, der eine Kampagne mit ihr startete. Das war der Durchbruch. Seitdem kann sie sich vor Aufträgen kaum retten.

* Gambia: Wie ein T-Shirt die Demokratie bringt

Am Ende ist er doch gegangen, der abgewählte Präsident in Gambia, Yahya Jammeh. Seine Niederlage bei der Wahl wollte er lange nicht akzeptieren, bis die Nachbarstaaten drohten einzumarschieren, um dem rechtmäßig gewählten Nachfolger zu seinem Recht zu verhelfen. Ein letztendlich doch friedlicher Machtwechsel, den es in afrikanischen Ländern nicht so häufig gibt. Die Menschen in Gambia atmen auf nach jahrelanger Willkürherrschaft und Unterdrückung durch Jammeh. ARD- Fernsehkorrespondentin Shafagh Laghai hat in dem Land den politischen Aktivisten Amadou Janneh getroffen, der erst vor wenigen Tagen in seine Heimat zurückkam. Er erzählt von seinem Leidensweg durch die Gefängnisse. Dank Amnesty International kam er schließlich frei. Neben ihm gab es viele andere, die seit Jahren für Veränderung kämpften. Und das immer friedlich. Gambia, ein kleines Land in Westafrika, aber eines, in dem die jüngsten politischen Entwicklungen Hoffnung machen. Und ein T-Shirt hat dabei eine ganz wesentliche Rolle gespielt.

* Iran: keine Einreise in die USA

Es war alles geplant: In dieser Woche wollte die iranische Ärztin mit ihren drei Kindern in die USA ausreisen. Ihre Kinder sind dort geboren, sie wollte nun dort arbeiten. Jetzt aber kann sie nicht dorthin aufbrechen, Trumps Einreiseverbot hat ihre Zukunftspläne zerstört. Da die Kinder neben dem iranischen auch einen amerikanischen Pass haben, könnten sie alleine nach Amerika reisen. Aber das wollen sie nicht wagen. Die Familie sitzt in Teheran fest. So wie sie sind viele Iraner am Flughafen in Teheran abgewiesen worden. Lautsprecherdurchsagen warnen die Menschen, in die Flugzeuge zu steigen, wenn sie "nur" eine Greencard besitzen. Denn kaum im Amt, hatte US-Präsident Trump einen Erlass unterzeichnet, der die Visavergabe an Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern für 90 Tage untersagt. "Das ist ein großes Ding", sagte Trump selbst nach der Unterzeichnung des Dekrets mit dem Titel "Schutz der Nation vor der Einreise ausländischer Terroristen in die Vereinigten Staaten" im Pentagon. Dem Dekret zufolge sollen Bürger der Länder Irak, Iran, Jemen, Libyen, Somalia, Sudan und Syrien für drei Monate nicht mehr in die USA einreisen dürfen; ausgenommen sind nur Besitzer von Diplomatenvisa und Mitarbeiter internationaler Organisationen. Die Reisebüros sind in heller Aufregung. Unverständnis und Enttäuschung herrscht auch bei vielen Studenten, die mit einem Visum an einer amerikanischen Universität studieren wollen. Das iranische Außenministerium hat schnell reagiert: "Das ist eine Beleidigung des iranischen Volkes", teilte es mit. Und im Gegenzug dürften nun keine US-Bürger mehr in den Iran gelassen werden, obwohl der Iran das amerikanische Volk sehr schätze.
Die Weltbilder blicken Woche für Woche bis zum Horizont und weiter. Sie erzählen die wichtigen Geschichten aus dem Ausland: bildstark und informativ. Julia-Niharika Sen zeigt zusammen mit den ARD-Korrespondenten weltweit den Alltag der Menschen im nahen und fernen Ausland: in packenden Reportagen, spannenden Geschichten und berührenden Porträts.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 04.02.2017 um 16:30 Uhr auf tagesschau24.