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Unsere Geschichte

Als wir unser Haus bauten
Samstag, 21.01.2017 11:30 Uhr
NDR
Samstag
21.01.2017
11:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Der Film zeigt Bilder aus einer Zeit, in der viele Familien arm waren, Sparkassen und Bauunternehmer reich wurden und sich das Aussehen der norddeutschen Tiefebene veränderte.
In Hamburg ausgebombt, zogen die Schwestern Gisela und Erika Gebauer mit ihren Eltern aus Eimsbüttel in eine Gartenlaube nach Jesteburg - aufs Land. Und fanden dort ihr Glück: Sie heirateten zwei Brüder und bauten mit ihnen auf dem gleichen Grundstück zwei Häuser. Heute stehen auf dem Grundstück vier Eigenheime - denn auch ihre Kinder wollten in Jesteburg leben.
Fritz Merz floh als einer von Millionen Vertriebenen aus dem heutigen Polen in den Westen. In Neugnadenfeld im Emsland fanden er und die gesamte Gemeinde seines ehemaligen Dorfes Zuflucht. Die Mitglieder der Herrenhuther Brüdergemeinde lebten jahrelang in Baracken, machten das torfige Moorland urbar und bestellten das Land. Als 20-Jährigem wurde Fritz Merz endlich, mit Mutter und Brüdern, ein eigenes Haus zugeteilt, in dem er noch heute mit seiner Frau lebt.
Für Gustav Viebrock aus Harsefeldt waren die Flüchtlinge und ihre Wohnungsnot der Start in sein Baugeschäft. Der findige Unternehmer nutzte die staatlichen Finanzierungs- und Förderprogramme und verhalf Hunderten von Vertriebenen zu Eigenheimen. Der Trick: Mit seinen Typenhäusern hielt er die Preise niedrig. Ganze Orte haben noch heute den typischen "Viebrock-Look".
In Bremen träumten Bärbel und Heinz Buschmann seit der Geburt ihres Sohnes Ulf davon, die Vulkan-Werkswohnung zu verlassen. Doch das Ersparte reicht nicht für einen Neubau, sondern nur für ein altes Bauernhaus ohne Abwasseranschluss und Badezimmer. Über Jahrzehnte hinweg bauten die Buschmanns ihre alte Kate mit viel Eigenleistung aus. Und irgendwann bekam Sohn Ulf sein eigenes Zimmer, Mutter Bärbel einen Swimmingpool und Vater Heinz den Partyraum mit Theke.
Der Bauboom der späten 60er-Jahre inspirierte den Regisseur Dieter Wedel zu seinem Spielfilm "Einmal im Leben - Die Geschichte eines Eigenheims". Der Dreiteiler über korrupte Bauunternehmer und einen desaströsen Hausbau war ein Straßenfeger und erreichte bei der Erstausstrahlung eine Einschaltquote von 68 Prozent. Die Autoren Anne-Kathrin Thüringer und Christian Mangels zeigen in ihrer Dokumentation, wie sehr sich die Menschen nach dem Krieg nach den eigenen vier Wänden sehnten und wie sich die Städte Norddeutschlands dadurch verändert haben.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 21.01.2017 um 11:30 Uhr auf NDR.