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Weltbilder

Moderation: Julia-Niharika Sen
Samstag, 17.12.2016 07:45 Uhr
tagesschau24
Samstag
17.12.2016
07:45 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild


* Iran: künstliche Befruchtung im Gottesstaat

Der dominante Schriftzug auf der Fassade des Ibn Sina Instituts, dem Institut für künstliche Befruchtung, zeugt nicht davon, dass dieses Thema in der Islamischen Republik verheimlicht wird. Ganz im Gegenteil. 12.000 Ehepaare kommen pro Jahr in diese Klinik. 70 solcher Kliniken gibt es in der Islamischen Republik. Künstliche Befruchtung ist für immer mehr Iraner der einzige Weg zum Kinderglück. Professor Mehdi Akhundi ist der Leiter des Instituts. Weltweit können zwölf bis 15 Prozent der Paare, die Kinder wollen, keine Kinder bekommen. Im Iran liegt die Zahl bei über 20 Prozent. Alle Betroffenen, die mit dem Filmteam sprechen, bestätigen, dass nicht einmal ihre eigenen Eltern davon wissen, dass sie versuchen, ein Kind durch künstliche Befruchtung zu bekommen. Auch wenn die Forschung im Iran Vorreiter in der gesamten Region auf diesem Gebiet ist, gesprochen wird darüber nicht. Dabei hat der Revolutionsführer per Fatwa den Akt der künstlichen Befruchtung erlaubt.

* Polen: Priester rast im Namen Gottes durch seine Gemeinde

Bergauf, bergab: Unentwegt rast dieser Fiat Polski durch die niederschlesische Hügellandschaft seit einem Jahr genau. "Ambulante Seelsorge" steht als Schriftzug drauf. Der Fiat ist klein, der Fahrer groß, ein Hüne von Priester. Krzysztof hat einen Anruf bekommen, die Familie Foremnik braucht dringend seelsorgerischen Beistand. Die Frau des Hauses kümmert sich um Strafgefangene, aber das läuft nicht gut, das fällt ihr schwer. Der Priester hat eine Handvoll Tipps für sie. Denn er kennt sich da aus und rät ihr, sie solle sich Zeit nehmen, keine Angst, keine Panik haben. Dann würden sie sich öffnen. Einfach abwarten. Das Gebet gehört dazu, und es geht ihr schon besser. Der Fiat Polski hat Schwung ins katholische Gemeindeleben gebracht. Seitdem er den kleinen Wagen hat, ist der Priester im Dauereinsatz. Und das will er auch so. Sein Ziel: Nähe zwischen Gläubigen und der Kirche, Distanz überwinden. Ein ernstes Anliegen hinter dem lustigen Auto.

* Frankreich: Sehnsucht nach der starken Hand

Während die Linke in Frankreich noch völlig uneins darüber ist, wer ihr Präsidentschaftskandidat werden soll, haben die Konservativen die Entscheidung gefällt: François Fillon soll es sein. Und ganz offenbar trifft er den Puls der Zeit. François Fillon bringt offenbar viele junge Menschen zur Politik, die sich nach konservativen Werten sehnen. Und das nicht nur in seinem Heimatort. Fillon hat die Kleinstadt Sablé-sur-Sarthe nach vorne gebracht. Als Bürgermeister hat er Unternehmen viele Vorteile gewährt und die sind geblieben, bringen Arbeitsplätze und Steuergelder. Clément Coulon, der Sprecher der jungen Anhänger von Francois Fillon, ein 22-jähriger Student, ist mächtig stolz auf "seinen" Kandidaten François Fillon. Dessen Wirtschaftsmodell soll auch für ganz Frankreich funktionieren.

* Philippinen: Mahlzeiten aus dem Müll

Noberto kocht für die Bewohner von "Happyland", einem Slum in Manila. Seine Spezialität ist "Kaldereta", eine Hähnchenpfanne mit frischem Gemüse. Das Fleisch allerdings stammt direkt von der Müllkippe, gesammelt von anderen Slumbewohnern, zwischen Morast und Exkrementen. Essensreste, auf die die Reichen keinen Appetit mehr hatten. Nur so lässt sich hier der Hunger der Menschen stillen, die kaum Geld zum Überleben haben.

* Ukraine: Pizza Veterano

Yurij bekommt den Krieg nicht mehr aus dem Kopf. Er hat im Osten der Ukraine gekämpft, er hat sein Leben riskiert, er ist zurückgekehrt zu seiner Familie nach Kiew. Er hat versucht, wieder zivil zu leben. Es gelingt ihm nicht. Er macht seinen Körper wieder fit, denn er will zurück in den Krieg. Dort sei alles leichter, sagt er. Viele junge ukrainische Männer sind Kriegsveteranen und traumatisiert. Psychologische Hilfe bekommen sie kaum, der Staat ignoriert ihre Probleme. Auch Leonid Ostaltsev hat das erlebt. Seine persönliche Antwort darauf: Er machte eine Pizzeria auf. "Pizza Veterano" ist von außen ein ganz normaler Laden, doch hier trägt der Pizzabäcker Flecktarn. Alle Mitarbeiter sind Kriegsheimkehrer. "Jeder, der bei Pizza Veterano arbeitet, hat das Gleiche durchgemacht. Wir verstehen uns", sagt Leonid. In Militärkreisen hat sich seine Idee längst herumgesprochen. "Pizza Veterano" ist inzwischen ein Treffpunkt für Veteranen und Soldaten auf Front-Urlaub. Mit Pizza gegen das Trauma und zurück ins Leben.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 17.12.2016 um 07:45 Uhr auf tagesschau24.