"Perle des Tyrrhenischen Meeres" - so nennen die Einwohner von Viareggio liebevoll ihre Stadt. Vor der Küste liegt das Pelagos-Meeresschutzgebiet, ein großes Walschutzgebiet zwischen Italien und Frankreich. Meeresbiologe Silvio Nuti fährt mit seinen Kollegen fast täglich hinaus aufs Meer, um eine große Delfinschule zu beobachten.
Direkt hinter Viareggio erstreckt sich der Parco Regionale delle Alpi Apuane. Diese imposante Bergwelt aus tiefen Schluchten, zahlreichen Höhlen und blendend weißem Marmor hat die Stadt Carrara weltweit berühmt gemacht. Schon Michelangelo verwendete für seine Arbeiten den "Marmo Statuario" aus Carrara. Franco Barattini besitzt heute den historischen Steinbruch Michelangeolos.
Weiter südlich entlang der Küste kommt man zu einem Teil der Toskana, der noch weitgehend unbekannt ist: die Küste der Etrusker. Breite Strände mit hellem, feinem Sand liegen an einem kobaltblauen Meer. Die Bucht von Baratti, einer der schönsten Strände in der Toskana. Nur ein paar Meter hinter dem Strand von Baratti liegt eine archäologische Ausgrabungsstätte. Hier werden die Überreste von Populonia, einer Stadt der Etrusker, frei gelegt. Ihre Geschichte reicht bis in das neunte Jahrhundert vor Christus zurück, als Populonia ein bedeutendes Eisenerzzentrum des gesamten Mittelmeerraums war. Mit der Archäologin Marta Coccoluto geht das Kamerateam auf Entdeckungstour.
Bolgheri, das kleine Dorf an der etruskischen Küste, liegt eingetaucht in eine Landschaft aus Weinbergen und Olivenhainen. Durch ein Schloss aus rotem Backstein tritt man in das Dorf mit seinen gepflasterten Gassen und alten, mit Geranien geschmückten Steinhäusern. Früher wurden in Bolgheri Tulpen gezüchtet, heute floriert der Weinanbau. Raffaella Rotunno, Mitarbeiterin eines Weinguts, gibt Einblick in ihre Arbeit.
Weiter südlich an der tyrrhenischen Küste entlang, liegt der sogenannte wilde Westen der Toskana: die Maremma, der landschaftlich ursprünglichste Teil der Region.
Die Alpen fallen steil ins Meer - eine bizarre, aber traumhafte Landschaft, Olivenhaine, Berg- und Fischerdörfer. Das ist Ligurien. Weiter südlich, in der Toskana, wird es weicher und lieblicher. In Kampanien brodelt es unter der Erde, rund um den Vesuv liegen antike Stätten und fruchtbare Anbaugebiete. Die Küste Italiens ist abwechslungsreich wie kaum ein anderer Landstrich Europas. ARTE reist in fünf Folgen einmal rund um den Stiefel. Die Dokumentationen zeigen Teile der italienischen Küste aus völlig neuer Perspektive und bekannte wie weniger bekannte Regionen mit den Menschen, die sie prägen.
Dokumentationsreihe Deutschland 2013
Im Wintermonat Dezember widmet ARTE dem sonnigen Lieblingsland aller Deutschen und Franzosen einen ganzen Tag – mit Spielfilm, Dokumentationen und Konzerten. Am Sonntag, 11. Dezember führt zunächst die Reihe „Italien, meine Liebe“, an den malerischen Küsten des Mittelmeerstaates entlang – von Ligurien, über die Toskana, Kampanien, Apulien bis Venedig und Triest. Auf rund 8.000 Kilometern bietet Italiens Küste nicht allein schöne Badestrände, ihre oft unberührte Natur ist auch eine unerschöpfliche Inspirationsquelle.
Am Nachmittag geht es nach Rom in die Villa Medici. Kein zweiter Ort hat so viele namhafte Künstler beherbergt wie dieses mondäne Gebäude. Zu ihren Gästen gehörten Größen wie Bizet, Ingres, Berlioz, Fragonard und Debussy. In diesem Jahr feiert die französische Künstlerresidenz ihr 350-jähriges Bestehen. ARTE zeigt die Kulturdokumentation „Die Villa Medici – 350 Jahre Akademie de France in Rom“ in einer deutschen Erstausstrahlung.
Von Rom geht es nach Mailand: Auf dem Domplatz der norditalienischen Metropole gibt sich das Orchester der weltberühmten Mailänder Scala die Ehre, zusammen mit der argentinischen Pianistin Martha Argerich, unter Leitung des italienischen Dirigenten Riccardo Chailly. Das „Konzert auf dem Mailänder Domplatz“ ist ebenfalls eine TV-Premiere.
Der Sonntagabend ist einem der bedeutendsten Regisseure des europäischen Kinos gewidmet: Luchino Visconti. In seinem monumentalen Filmkunstwerk „Der Leopard“ von 1962 zeichnet der Sohn eines Grafen ein scharfsichtiges historisches und gesellschaftliches Panoramabild Italiens Mitte des 19. Jahrhunderts, wobei er die Aristokratie von innen zeigt und mit ihr sowohl mitleidlos als auch liebevoll umgeht. Im Anschluss zeigt ARTE als TV-Premiere das Porträt „Luchino Visconti, vom Film besessen“, das sowohl die Herkunft als auch das Leben und Schaffen des Filmemachers beleuchtet.
In einem weiteren Doku-Porträt geht es direkt danach um den „Italiener par excellence – Marcello Mastroianni“, der unter anderem in zwei Filmen Viscontis mitwirkte. Der Rest der Nacht gehört dann wieder der Musik: zunächst dem Pianisten Maurizio Pollini, und später dem Barockkomponisten Antonio Vivaldi und einem für Konzerte eher unbekannten Zupfinstrument: der Mandoline.
Regie: Emanuela Casentini\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 11.12.2016 um 13:35 Uhr auf arte.