Der Küstenabschnitt zwischen Ventimiglia an der französischen Grenze und San Remo ist von blumenreichen Gärten und Beeten gesäumt. In einem typischen ligurischen Tal liegt Vallebona. Bis vor ein paar Jahrzehnten waren die landwirtschaftlichen Terrassen dieser Gegend bekannt für ihre Fülle an Orangenbäumen. Weiter östlich liegt ein Paradies für Kletterer. Mario Nebiolo erklimmt regelmäßig die steilen Berge. Der Bildhauer und Maler steigt mit Farbeimer und Pinsel an Felswänden entlang und malt überlebensgroße Köpfe und Figuren auf die verlassenen Steinbrüche.
Umgeben von Bergen erstreckt sich Genua majestätisch an der Küste. Hinter dem Porto Antico liegt die größte zusammenhängende, europäische Altstadt. Einzigartige historische Bauschätze geben Genua den Spitznamen "La Superba". Am Stadtrand liegt der imposante Friedhof Staglieno. Emilia Bruzzo kümmert sich zurzeit um die aufwendigen Restaurierungsarbeiten.
Ein diesseitiger Ort der Erholung liegt etwas weiter östlich von Genua am Golfo Paradiso. Das mondäne, auf einer Halbinsel gelegene Hafenstädtchen Portofino sieht aus wie von Hollywood ersonnen. Tatsächlich diente es mehreren amerikanischen Blockbustern als Kulisse. Alberto Girani, studierter Botaniker und Direktor des Naturparks von Portofino, zeigt eine Ecke Liguriens, in der trotz Urbanisierung und Tourismus die ursprüngliche Natur erhalten geblieben ist.
Weiter Richtung Osten an der Küste entlang liegen die fünf ligurischen Juwelen - die Cinque Terre. Mit Silvia Olivari, Rangerin des Nationalparks Cinque Terre, ist das Kamerateam unterwegs in dieser einzigartigen Umgebung. Gleich hinter dem Meer ziehen sich endlose Oliven- und Wein-Terrassen die Berge hinauf. "Kathedralen Liguriens" werden sie genannt. Diese einzigartige Symbiose zwischen Natur und Kultur wird auch Parco dell'Uomo genannt - Park des Menschen.
Die Alpen fallen steil ins Meer - eine bizarre, aber traumhafte Landschaft, Olivenhaine, Berg- und Fischerdörfer. Das ist Ligurien. Weiter südlich, in der Toskana, wird es weicher und lieblicher. In Kampanien brodelt es unter der Erde, rund um den Vesuv liegen antike Stätten und fruchtbare Anbaugebiete. Die Küste Italiens ist abwechslungsreich wie kaum ein anderer Landstrich Europas. ARTE reist in fünf Folgen einmal rund um den Stiefel. Die Dokumentationen zeigen Teile der italienischen Küste aus völlig neuer Perspektive und bekannte wie weniger bekannte Regionen mit den Menschen, die sie prägen.
Im Wintermonat Dezember widmet ARTE dem sonnigen Lieblingsland aller Deutschen und Franzosen einen ganzen Tag – mit Spielfilm, Dokumentationen und Konzerten. Am Sonntag, 11. Dezember führt zunächst die Reihe „Italien, meine Liebe“, an den malerischen Küsten des Mittelmeerstaates entlang – von Ligurien, über die Toskana, Kampanien, Apulien bis Venedig und Triest. Auf rund 8.000 Kilometern bietet Italiens Küste nicht allein schöne Badestrände, ihre oft unberührte Natur ist auch eine unerschöpfliche Inspirationsquelle.
Am Nachmittag geht es nach Rom in die Villa Medici. Kein zweiter Ort hat so viele namhafte Künstler beherbergt wie dieses mondäne Gebäude. Zu ihren Gästen gehörten Größen wie Bizet, Ingres, Berlioz, Fragonard und Debussy. In diesem Jahr feiert die französische Künstlerresidenz ihr 350-jähriges Bestehen. ARTE zeigt die Kulturdokumentation „Die Villa Medici – 350 Jahre Akademie de France in Rom“ in einer deutschen Erstausstrahlung.
Von Rom geht es nach Mailand: Auf dem Domplatz der norditalienischen Metropole gibt sich das Orchester der weltberühmten Mailänder Scala die Ehre, zusammen mit der argentinischen Pianistin Martha Argerich, unter Leitung des italienischen Dirigenten Riccardo Chailly. Das „Konzert auf dem Mailänder Domplatz“ ist ebenfalls eine TV-Premiere.
Der Sonntagabend ist einem der bedeutendsten Regisseure des europäischen Kinos gewidmet: Luchino Visconti. In seinem monumentalen Filmkunstwerk „Der Leopard“ von 1962 zeichnet der Sohn eines Grafen ein scharfsichtiges historisches und gesellschaftliches Panoramabild Italiens Mitte des 19. Jahrhunderts, wobei er die Aristokratie von innen zeigt und mit ihr sowohl mitleidlos als auch liebevoll umgeht. Im Anschluss zeigt ARTE als TV-Premiere das Porträt „Luchino Visconti, vom Film besessen“, das sowohl die Herkunft als auch das Leben und Schaffen des Filmemachers beleuchtet.
In einem weiteren Doku-Porträt geht es direkt danach um den „Italiener par excellence – Marcello Mastroianni“, der unter anderem in zwei Filmen Viscontis mitwirkte. Der Rest der Nacht gehört dann wieder der Musik: zunächst dem Pianisten Maurizio Pollini, und später dem Barockkomponisten Antonio Vivaldi und einem für Konzerte eher unbekannten Zupfinstrument: der Mandoline.
Regie: Emanuela Casentini\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 11.12.2016 um 12:55 Uhr auf arte.