Stadtporträt der marokkanischen Hafenstadt Essaouira, die seit 2001 von der UNESCO in die Weltkulturerbe-Liste aufgenommen wurde. Vorgestellt werden das erste marokkanische Biohotel, die Tradition der Gnawa mit ihrem internationalen Musikfestival und die Arganölproduktion.
Man nennt sie "Perle des Atlantiks", "schöne Schlafende" und "Wind City Africa": Essaouira, die im 18. Jahrhundert neu gegründete Hafen- und Handelsstadt an der marokkanischen Atlantikküste, etwa zwei Autostunden östlich von Marrakesch. Ihr Gründer Sultan Ben Abdallah verpflichtete den französischen Architekten Cornu, der die aufklärerischen Ideale von Transparenz und Zugänglichkeit mit den Prinzipien französischer Festungsarchitektur verband und die Stadt einem geometrischen Muster unterwarf.
In ihren Gassen herrscht weltoffenes Ambiente und orientalischer Flair, noch immer ist Essaouira von den Mythen vergangener Hippietage umweht. Jimi Hendrix, Bob Marley, Cat Stevens und die Rolling Stones waren hier, Orson Welles nutzte die Stadt als Filmkulisse. Heute wird sie zunehmend von jungen Touristen als Reiseziel gewählt - der langen Sandstrände und vor allem der hervorragenden Windverhältnisse wegen. Essaouira gilt als Topadresse für Surfsportler.
Filmautor Mouhcine El Ghomri erkundet Stadt und Strände, das Hinterland mit seinen Argan-Plantagen und vor allem die Gnaoua-Musik-Szene, für die die Hafenstadt berühmt ist. Gnaoua, das sind Trommel-Rhythmen, die im afrikanischen Voodoo ihre Ursprünge haben. Die Nachfahren schwarzer Sklaven sind längst Stars der Weltmusik-Szene; in Essaouira veranstalten sie alljährlich im Juni das wichtigste Gnaoua-Festival.
Autor: Mouhcine El Ghomri\nKontakt: Sabine Eschenweck\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 06.12.2016 um 11:15 Uhr auf BR.