ESC zum Schließen · Enter zum Suchen

Weltbilder

Moderation: Julia-Niharika Sen
Samstag, 26.11.2016 07:45 Uhr
tagesschau24
Samstag
26.11.2016
07:45 Uhr
Teilen:
Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild


* USA: Eine Perspektive für schwarze Jugendliche

Im New Yorker Stadtteil Brownsville ist es gefährlich. Das erlebte auch der Reporter hautnah. Als er für die Geschichte über die Mott Hall Academy morgens in die Schule kommt, ist alles rundherum abgesperrt, es hat um die Ecke eine Schießerei gegeben, die Polizei sucht den Täter. In Brownsville ist die Gewalt alltäglich, Mord und Totschlag ist bei jungen schwarzen Männern die Todesursache Nummer eins. Jeder Dritte, der hier groß wird, landet später im Gefängnis. In der Mott Hall Bridges-Schule tun sie alles, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen und den Schülern eine andere Perspektive zu geben.

* Dänemark: Vogelgrippe breitet sich aus

Auch in Dänemark ist nach mehreren Fällen bei Wildvögeln inzwischen auch ein Geflügelbestand von der Vogelgrippe betroffen. Nach Angabe von Behörden, wurde der Vogelgrippevirus H5N8 zum ersten Mal bei Zuchtenten festgestellt, die einem Hobbyzüchter in Ålsgårde in Nordseeland gehörten. Ein Drittel der 30 Enten sei am Wochenende gestorben. Der hochansteckende Erreger breitet sich auch in Deutschland immer weiter aus, in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind auch Nutzgeflügelbestände betroffen.

* Italien: Eine Kleinstadt als Entzugsklinik

Vier Monate rief Thore aus Schweden täglich an. Alex aus den USA schrieb Briefe und stand dann an Weihnachten einfach vor der Tür. Die Plätze in Europas größtem Drogentherapiezentrum in der Nähe von Rimini sind sehr begehrt. Auf der Liste stehen mehrere Tausend Bewerber. Hier darf nur derjenige hin, wer wirklich zeigt, dass er dorthin will. Das Prinzip, das in San Patrignano gelebt wird: fordern und fördern, alles selbstbestimmt. Mittlerweile beauftragen viele namhafte Unternehmen die ehemaligen Drogenabhängigen, in den Werkstätten von San Patrignano befinden sich über 80 Betriebe. Die Rückfallquoten, so heißt es, sind niedriger als anderwo.

* Bulgarien: Entlang der EU-Außengrenze

Nach dem sogenannten Flüchtlings-Deal, den die EU mit der Türkei ausgehandelt hat, ist es ruhig geworden an der bulgarisch-türkischen Grenze. Noch vor einem Jahr war das Land am Schwarzen Meer ein wichtiger Punkt auf einer der Flüchtlingsrouten nach Nordeuropa. Noch immer harren hier Flüchtlinge aus, die von hier aus weiter Richtung Norden wollen. Aber sie stecken fest im ärmsten EU-Land, in Bulgarien, und erhalten nicht die nötigen Asyl-Papiere, um weiterreisen zu können. In dem Ort Harmanli leben in einem Erstaufnahmelager 3.000 Syrer, Afghanen und Iraker. Sie haben die Flucht aus ihrem gefährlichen Heimatland geschafft, aber willkommen sind sie hier ganz offenbar nicht. Noch immer fühlen sich die Dorfbewohner überrannt von den Flüchtlingen. Trotz scharfer Kontrollen werden täglich noch ungefähr 50 Menschen nach Bulgarien geschleust.

* Nigeria: Frauenhaus für Ex-Boko-Haram-Geiseln

Immer wieder konnten in den vergangenen Monaten Mädchen und Frauen aus der Gewalt der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram befreit werden. Für sie gibt es in der Stadt Maiduguri seit Kurzem ein Safe House, ein sicheres Frauenhaus. Hier leben einige Dutzend junge Frauen, fast alle mit Kindern. Sie versuchen, das Erlebte mithilfe von Ärzten und Therapeuten zu verarbeiten. Die Mädchen und Frauen sind hier zu ihrem eigenen Schutz, aber auch aus Vorsicht. Denn die Regierung befürchtet, dass die jungen Frauen radikalisiert sein könnten und nach wie vor Kontakt zu ihren Boko-Haram-"Ehemännern" pflegen. Daher dürfen sie das Frauenhaus auch nicht verlassen.

* Japan: Telefonieren ins Jenseits

Eine Telefonzelle, die mitten auf einer privaten Wiese steht. Ein schwarzer Apparat, aber ohne Verbindung zum herkömmlichen Telefonnetz. Itaru Sasaki nennt es das „Telefon des Windes“. Er lebt in Otsuchi, einem Ort, in dem viele Menschen starben, als der Tsunami 2011 auf die Küste traf. Die Menschen kommen zu Tausenden in Sasakis Garten. Wer hier telefonieren will, bekommt zwar kein Freizeichen, aber unter Umständen trotzdem eine Verbindung. Laut Bedienungsanleitung funktioniert sie so: Schließen Sie die Augen und hören Sie zu. Wenn Sie den Klang des Windes, der Wellen und der Vögel hören, dann sagen sie woran sie denken! „Um zu leben, brauchen die Menschen Träume und Hoffnung. Dieses Telefon entstand aus der Idee heraus, Verbindung mit den Verstorbenen aufzunehmen", sagt Itaru Sasaki und das spende vielen hier Trost.

* China: Pseudo-Wahl im Einparteienstaat

Ye Jinghuan ist 63 Jahre alt und hat zwei Mal versucht, unabhängige Delegierte in ihrer Nachbarschaft im Xicheng Distrikt in Peking zu werden. Ohne Erfolg. Für einen unabhängigen Kandidaten ist es in Chinas Einparteienstaat selbst bei Lokalwahlen nahezu unmöglich, aufgestellt zu werden. Obwohl das Gesetz dies ausdrücklich vorsieht. Doch in der Praxis nutzen einem in einer Diktatur keinerlei Gesetze. Ye Jinghuan hat es noch nicht mal geschafft, auf die Abstimmungsliste zu kommen. Um darauf zu kommen, braucht man nämlich zehn Personen, die einen vorschlagen. Aber schon allein das Vorschlagen eines unabhängigen Kandidaten ist für viele Chinesen mit so viel Angst verbunden, dass die meisten Kandidaten diese Hürde nicht schaffen. Die Kandidaten können auch nicht für sich werben, denn wenn sich sieben Leute versammeln, dann gilt das schon als Demonstration und ist somit verboten. Ye Jinghuan gilt als unbequeme Aktivistin und landete bereits in einem Umerziehungslager. Aufgeben will sie trotzdem nicht.
Die Weltbilder blicken Woche für Woche bis zum Horizont und weiter. Sie erzählen die wichtigen Geschichten aus dem Ausland: bildstark und informativ. Julia-Niharika Sen zeigt zusammen mit den ARD-Korrespondenten weltweit den Alltag der Menschen im nahen und fernen Ausland: in packenden Reportagen, spannenden Geschichten und berührenden Porträts.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 26.11.2016 um 07:45 Uhr auf tagesschau24.