Auf wenige Kilometer, gleich drei verschiedene Begrüßungen. In Lindau wird der Gast ganz traditionell bayerisch begrüßt, mit einem hochachtungsvollen: Grüß Gott! Einen Schritt über die Grenze nach Österreich in Bregenz heißt es ganz freundschaftlich: Servus; und nur wenige Kilometer am Bodenseeufer weiter, wird ab dem Grenzübergang St. Margarethen der Besucher - etwas kratzbürstig, aber nur in der Stimme - mit einem "Grüezi!" willkommen geheißen.
Die Ländergrenzen treffen im östlichsten Bodenseegebiet fast aufeinander. Aus dem württembergischen Friedrichshafen in das bayrische Lindau ist es ein Sprung, von Lindau nach Bregenz ein Steinwurf, und von Bregenz nach St. Margarethen ein Brückenschlag über den Rhein. Andreas Auer fährt diese Strecke mit seinem Fahrrad fast täglich. Er wohnt in Lindau, arbeitet in Friedrichshafen und genießt das kulturelle Angebot in Bregenz. Der Pfänder ist sein Hausberg, auch wenn der über tausend Meter hohe Berg eigentlich für ihn im Ausland steht. Denn der Pfänder ist, streng rechtsstaatlich genommen, der Hausberg der Bregenzer. Und dieser Berg dominiert nicht nur die Landschaft des Obersees, sondern auch das Leben rund um ihn.
Die Landschaft des Obersees ist geprägt von den Apfelplantagen entlang der "bayrischen Riviera", den Bergen rund um den Pfänder und dem Rheindelta zwischen Österreich und der Schweiz. Andreas Auer fährt fast täglich mit dem Fahrrad durch diese, für ihn einzigartige "Kulturlandschaft", auf dem Weg in das arbeitssame schwäbische Friedrichshafen zu seinem Arbeitsplatz. Die Grenzen spürt er kaum, aber er nützt die kulturelle Vielfalt hinter den ehemaligen Schlagbäumen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 25.11.2016 um 18:15 Uhr auf SWR.