Turnschuhe - von Modebewussten auch Sneaker genannt - sind mehr als Sportschuhe. Sie stehen für Jugendlichkeit und einen lässigen Auftritt. Vom Youngster bis zum Pensionär, von Deutschland bis nach Afrika - Sneaker werden überall getragen. Neben dem Handy sind sie inzwischen wohl der einzige Artikel, den nahezu jeder besitzt. Und manche nennen sogar mehr als 200 Paare ihr Eigen: passionierte Sammler, die in den coolen Tretern gar eine clevere Geldanlage sehen.
Doch wie sieht es dort aus, wo der Kult seinen Ursprung nimmt? In den entlegenen Fabriken Asiens, in denen auch große deutsche Hersteller produzieren lassen? Die globalisierte Sneakerproduktion sucht ihre Standorte vor allem danach aus, wo es am billigsten ist. Besonders beliebt sind Kambodscha und Vietnam, wo Stundenlöhne im Centbereich liegen. In China, wo die Löhne langsam steigen, drohen die Hersteller bereits mit Abwanderung. Während große Sportartikelkonzerne ihre Gewinne rasant steigern, zahlen andere den Preis dafür. Hungerlöhne, verpestete Luft und ein gnadenloser Wettbewerb lassen das Kultobjekt Sneaker in einem neuen Licht erscheinen.
Autor Christian Jentzsch begibt sich auf eine Recherchereise hinter die schönen Fassaden der Lifestyle-Industrie und fragt: Was ist drin und was ist dran - und wer zahlt den wahren Preis für die Sportschuhe?
Film von Christian Jentzsch
* ARD-Themenwoche 2016: "Zukunft der Arbeit"
"Zukunft der Arbeit" ist der Titel der ARD-Themenwoche 2016, die in diesem Jahr vom Hessischen Rundfunks (hr), vom Saarländischen Rundfunk (SR) und von Radio Bremen verantwortet wird. Eine Woche lang, vom Sonntag, 30. Oktober, bis Samstag, 5. November, beleuchten Sendungen im Ersten, in allen dritten Programmen und in den Partnerprogrammen der ARD, im Radio und im Internet die unterschiedlichen Facetten der digitalen Arbeitswelt und wie sich die Menschen heute und morgen über ihre berufliche Tätigkeit definieren.
Wer sind die Gewinner und Verlierer?
Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: Die Zukunft der Arbeit hat längst begonnen. Digitalisierung und Globalisierung schreiten unaufhaltsam voran. Die klassische Erwerbsarbeit des Industriezeitalters verliert an Bedeutung. "Industrie 4.0", "Sharing-Ökonomie" oder "Cloud-Working" heißen die Schlagworte. Das "Internet der Dinge" wird schon bald Produkte aus dem 3D-Drucker möglich machen, individueller und billiger als heute. Software wird Sachbearbeiter in den Büros ersetzen, Automaten werden sich selbst optimieren. Neue Plattformen und Netzwerke machen bereits jetzt jeden Autobesitzer potentiell zum Billig-Taxi-Anbieter und jeden Wohnungsbesitzer zum Vermieter von Gästezimmern. Aber wer sind bei all diesen Veränderungen eigentlich Gewinner und Verlierer?
Der Stellenwert von Arbeit
Und wie verändern sich der gesellschaftliche und der persönliche Stellenwert von Arbeit? Arbeit wird mit Geld entlohnt. Doch entspricht der Lohn auch der Leistung? Das monatliche Einkommen eines Bankers ist weit höher als das einer Altenpflegerin, ein Immobilienmakler verdient mehr als ein Konditor, eine Hausfrau bekommt gar keinen Lohn. Andere wiederum vermehren ihr Vermögen, ohne dafür zu arbeiten. Immer häufiger wird gefragt: Ist das gerecht? Wer und was bestimmen eigentlich heute und in Zukunft den Wert der Arbeit in unserer Gesellschaft?
Die ARD-Themenwoche 2016 beschreibt die "Zukunft der Arbeit" nicht als technologische Vision, sondern stets mit dem Blick auf den Wert der eigenen Arbeit: Welchen Stellenwert hat meine Arbeit? Was passiert mit meinem Arbeitsplatz? Wie verdiene ich morgen mein Geld? Was müssen unsere Kinder heute lernen, um in der zukünftigen Arbeitswelt zu bestehen? Wer sorgt dafür, dass unsere Arbeitsgesellschaft nicht auseinanderfällt?
Diesen Fragen gehen die Programme der ARD eine Woche lang aus unterschiedlichen Blickwinkeln nach - in Spielfilmen und Fernseh-Dokumentationen, in aktuellen Radioprogrammen und in Ratgeber-Sendungen und mit einem umfangreichen Dossier im Netz.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 05.11.2016 um 08:15 Uhr auf SR.