USA: Texas wackelt
Unglaublich, was sich gerade in der Republikaner-Hochburg Texas im Wahlkampf tut: Es ist ja nicht überraschend, dass sich Wähler lateinamerikanischer Herkunft für Clinton entscheiden. Aber jetzt empfehlen sogar konservative Zeitungen, die Demokratin zu wählen. Stramm republikanische Bürgermeister halten die Politik Trumps für realitätsfern, was schon verwunderlich ist. Reporterin Sandra Ratzow ist von Dallas bis
an die Grenze zu Mexiko quer durch Texas unterwegs.
Schweden: Kloster statt Knast
Patrik ist ein verurteilter Mörder. Zwei Menschen hat er umgebracht. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, allerdings kann er auf eine frühzeitige Entlassung hoffen. Nach mehr als zehn Jahren in schwedischen Gefängnissen kam Patrik vor gut zwei Jahren nach Skänninge ins Klostergefängnis. Ein ländliches Schwedenidyll. Maximal 18 Männer können hier unterkommen. Bedingung ist, dass sie einen großen Teil ihrer Strafe schon abgesessen haben und sich auf die Spiritualität dieses Ortes einlassen. Die regelmäßige Andacht in der Kapelle gehört dazu. Patrik hat im Klostergefängnis zum Glauben gefunden, mit den Bibeltexten hat er gelernt, seine grausamen Taten zu bereuen. Zu Gewaltausbrüchen unter den Häftlingen oder gegenüber den Vollzugsbeamten ist es seit der Gründung 2008 nicht gekommen.
Spanien: Santander - die intelligenteste Stadt Europa
Bei schönem Wetter entfaltet Santander seinen Charme, Spanier machen hier gerne Urlaub. Doch nun kommen auch die Computernerds. Santander gilt als die am besten vernetzte Stadt Europas. Täglich werden etwa 150.000 Daten aus mehr als 20.000 Sensoren verarbeitet, die überall in der Stadt verteilt sind. Wozu das gut sein kann, zeigen Pablo und und seine Kollegin Begoña erst einmal an den Müllcontainern. Die sind nämlich "intelligent" und melden sich selbstständig, wenn sie geleert werden müssen. Santander, das ist die Stadt der schlauen Mülleimer und der klugen Bewässerung: In den Parks messen Sensoren im Boden die Feuchtigkeit. Nur wenn es zu trocken ist, geht der Rasensprenger an. Getestet werden auch Laternen, die sich abschalten, wenn niemand vorbeiläuft. Bis zu 80 Prozent der Stromkosten kann die Stadt so sparen. Das beschauliche Santander hat sich erstaunlich verändert: Es ist zum Labor einer intelligenten Stadt der Zukunft geworden.
Afghanistan: Neustart für zurückgekehrte Flüchtlinge
Obaid fängt neu an, mit 500 Euro. Das Geld haben ihm die Deutschen für den Anfang in Kabul gezahlt. Er investierte es in einen kleinen Laden. Vor drei Monaten kehrte er aus
Deutschland nach Afghanistan zurück, wo er geboren ist. Und doch fühlt er sich fremd. Obaid floh gemeinsam mit seinem Bruder aus Afghanistan. 8.000 Euro zahlten sie für Schlepper. Heute verdient er etwa zehn Euro pro Tag. Sein größtes Problem aber: die Angst vor dem fast täglichen Terror. Doch Obaid kehrte zurück, denn seine Schwester vermisste ihn. Er brachte es nicht über das Herz, sie länger allein zu lassen. Obaid ist einer von Tausenden, die nun ganz von vorn anfangen müssen. In einem Land, wo noch immer Krieg und Terror herrschen.
Iran: Staudamm zerstört Existenzen
Der Iran leidet unter Wassermangel. Die Gründe sind vielfältig: Missmanagement und lange Dürreperioden scheinen die wesentlichen Ursachen für den Wassermangel zu sein. Daher ist
der Iran ist stolz, weltweit einen der führenden Plätze hinsichtlich der Zahl von Staudämmen einzunehmen. Doch zu viele Staudämme können zu Umweltkatastrophen führen. Und das ist auch im Iran immer wieder Fall. Stefan Buchen berichtet für die "Weltbilder" über einen besonders brisanten Fall von Fehlplanung.
China: Kampf der Umweltverschmutzung per App
Der Shiyipaigan Kanal ist eine Kloake, das Wasser gekippt, eine Ekelbrühe. Shi Dianshuo ist oft hier. Er ist Umweltaktivist und dokumentiert die Situation der sogenannten Heichouhe, der
schwarzen, stinkenden Flüsse. In ganz China gibt es fast 2.000 davon. Immer wieder macht Dianshuo Fotos von diesem und anderen Flüssen, die er in einer neuen App der chinesischen Regierung hochlädt. Damit kann jeder in China übers Handy sofort per Foto Wasser- oder Luftverschmutzungen melden und abrufen. Das soll Druck auf die Unternehmen ausüben, die dort als Verursacher vermutet werden. Doch viel passiert ist noch nicht. Aber immerhin werden Umweltaktivisten nicht mehr verfolgt wie früher, sondern die Regierung will Menschen wie sie, die sich für die Umwelt einsetzen.
Produktion: Stefanie Roehrig\nRedaktionelle Leitung: Claudia Buckenmaier\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 29.10.2016 um 07:45 Uhr auf tagesschau24.