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Historische Ereignisse

Sonntag, 09.10.2016 14:00 Uhr
Phoenix
Sonntag
09.10.2016
14:00 Uhr
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Nach dem zweiten Weltkrieg versuchte man die Schuldigen zu suchen. Dazu gehörten vor allem deutsche Politiker, Verantwortliche im Militär und diejenigen, die die geplanten Massenmorde in den Konzentrationslagern, sowie deren Aufbau organisierten. Am 20.11.1945 wurde der erste von 13 Prozessen in Nürnberg gehalten.
In dem dortigen Zellengefängnis wurden die Angeklagten und Zeugen inhaftiert. Dieses war nach dem Krieg weitestgehens unbeschädigt geblieben, weshalb Nürnberg - und nicht Berlin - als Prozessort ausgewählt wurde.
Darin die Dokumentationen:

* Der Nürnberger Prozess

Prominente Beobachter wie Erich Kästner, Willy Brandt und Erika Mann begleiteten den Nürnberger Prozess, in dem vor 70 Jahren die Urteile gefällt wurden. Aus dem Blickwinkel dieser nach Herkunft und Weltanschauung höchst unterschiedlichen Beobachter betrachtet „ZDF-History“ das Geschehen von Nürnberg und zeichnet ein authentisches Stimmungsbild aus den Ruinen der einstigen Reichsparteitagsstadt. Illustriert werden ihre Überlieferungen durch Originalbilder, Filmaufnahmen und Animationen im Stil von Gerichtszeichnungen. Augenzeugen aus Deutschland, USA und Frankreich ergänzen die Berichte durch eigene Eindrücke, Experten ordnen sie historisch ein. „Wer seine Schwiegermutter totschlägt, wird geköpft. Wer aber Hunderttausende umbringt, erhält ein Denkmal“, sinnierte Erich Kästner noch Ende 1945 süffisant.
Dass die Menschheit jene Kriegstreiber künftig in ihre Schranken weisen würde, diese Hoffnung schöpfte der zuvor verfemte Schriftsteller beim Nürnberger Prozess gegen die NS-Führungsfiguren, wohin ihn die Neue Zeitung entsandte: „Es darf nicht nur diesmal gelingen“, notierte er im Gerichtssaal. „Dann könnte der Krieg aussterben.“ Nicht nur Erich Kästner verfolgte den Nürnberger Prozess vor 70 Jahren mit großer Anteilnahme. Autoren wie John Dos Passos, Alfred Döblin oder Ilja Ehrenburg, aber auch der nachmalige Bundeskanzler Willy Brandt oder der spätere DDR-Geheimdienstchef Markus Wolf überliefern ein einzigartiges Zeugnis von einem Prozess, der Maßstäbe setzte.

* Der Dolmetscher

Richard Sonnenfeldt und der Nürnberger Prozess
Film von Michael Wech und Diane von Wrede
Es ist ein aufsehenerregendes Schicksal: Der aus Deutschland vertriebene Jude Richard Sonnenfeldt kehrt als Soldat der US-Armee 1945 nach Deutschland zurück. Kurze Zeit später sitzt er all denen gegenüber, die von der Nazi-Führungsriege noch übrig geblieben sind. Sonnenfeldt war Chefdolmetscher der Amerikaner während der Nürnberger Prozesse. Der Film zeichnet seinen Lebensweg nach. Einige der Begegnungen, die Sonnenfeldt als Zeitzeuge erlebt hat, sind auf der Basis der Original-Verhörprotokolle mit Schauspielern nachgestellt.
Über Monate dolmetschte Richard Sonnenfeldt die Verhöre von Hermann Göring, Rudolf Heß, Joachim von Ribbentrop, dem Kommandanten von Auschwitz Rudolf Höß und anderen. Doch der damals 23-Jährige fühlte keinen Hass. "Ich war viel zu überrascht: Da saßen diejenigen, die die ganze Welt in einen schrecklichen Krieg gestürzt hatten - und es waren doch nur ganz, ganz ordinäre Leute", sagt Sonnenfeldt. "Ohne den Fanatismus und Nationalismus hätten diese Menschen es niemals zu irgendetwas gebracht. Sie waren alle kleinbürgerliche Kriecher." Gleichwohl entwickelte sich zwischen ihm und Hermann Göring eine ambivalente Beziehung: "Ich war sein Lieblingsdolmetscher, er hat nur mit mir kooperiert.
Aber ich wusste nicht, ob ich darüber glücklich oder unglücklich sein sollte: Schließlich war er der ranghöchste Kriegsverbrecher und damit verantwortlich für so viele Gräueltaten."
Richard Sonnenfeldt hat viele Geschichten zu erzählen, die sich während der Vorbereitungen zum historischen Prozess in Nürnberg hinter den Kulissen ereigneten. So führte sich Göring bis zum Schluss als wichtigster Führer der Nazis auf und forderte den dementsprechenden Respekt. Heß dagegen versuchte, die Verhöre durch einen vorgetäuschten Gedächtnisverlust zu verschleppen.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 09.10.2016 um 14:00 Uhr auf Phoenix.