* Litauen: Land der Auswanderer
Seit dem Eintritt in die EU ist Litauen ein Land der Auswanderer geworden. In kaum einem anderen europäischen Land kehren so viele Menschen ihrer Heimat den Rücken. Eine halbe Millionen Litauer sind bereits ausgewandert. Dramatisch für ein Land, das mittlerweile nur noch rund drei Millionen Einwohner hat. Es gehen die Jungen, zurück bleiben die Alten und oftmals auch die Kinder. So wie die 16-jährige Raminta. Sie ist eines von Tausenden litauischen Kindern, das bei den Großeltern aufwächst.
* Jordanien: Schicksal der Flüchtlingskinder
Orjwan ist gerade fünf geworden. Ihre Familie floh 2013 aus Syrien, als die Kämpfe in ihrer Heimatstadt immer heftiger wurden. Orjwans Mutter wurde damals getötet, sie selbst verwundet. Nun wohnt die Familie im jordanischen Flüchtlingslager Zaatari. Der Vater erklärt: "Sie leidet noch immer unter dem Trauma der Explosionen. Wenn sie ein Flugzeug hört oder wenn nur irgendwo ein Luftballon zerplatzt, dann erschreckt sie sich sehr." Wunden in der Seele und Wunden am Leib. Die Hilfsorganisation Handicap international betreut Kriegsversehrte. Die kleine Orjwan wurde bei der Explosion einer Panzergranate schwer am Fuß verletzt. Knochen und Bänder waren zerstört, am Anfang konnte das Kind gar nicht laufen. Nach drei Jahren sieht man auf den ersten Blick kaum eine Einschränkung. Vielleicht kann man den Fuß irgendwann mit einer Operation sogar wieder völlig herstellen. Orjwans Schicksal macht bei allem Elend Mut. Sie ist in Sicherheit und ihr wurde geholfen. Sie kann sogar wieder gehen.
* Großbritannien: Altes Schiff macht neuen Mut
Was tut man als Regierung, wenn man ein Land wegen des Brexit-Referendums in eine ungewisse Zukunft steuert? Man holt ein altes Schiff zurück. Dies überlegt die britische Regierung nun, um Probleme rund um den EU-Austritt zu lösen. In einer Debatte in Westminster wird der Konservative Jake Berry nächsten Dienstag fordern, die königliche Yacht Britannia wieder in Dienst zu nehmen. Mit ihrer Hilfe soll Großbritannien neue Handelsdeals erzielen.
* Japan: Königsdisziplin Thunfischfang
Die Japaner nennen ihn König der Fische: den Blauflossenthun. Sie vertilgen jährlich rund 40.000 Tonnen davon - vier Fünftel der weltweiten Fangmenge. Doch für den König ist seine große Beliebtheit beim Gourmetvolk längst lebensgefährlich geworden. Nach der Studie eines internationalen Expertengremiums ist sein Bestand im Vergleich zu den 1960er-Jahren, also in nur rund fünfzig Jahren, um 97 Prozent eingebrochen. Obwohl die Japaner diese Zahlen anzweifeln, sind sie zu gewissen Schutzmaßnahmen bereit: Die Fangquoten für junge Thuns im nördlichen Pazifik wurden halbiert. Dennoch werden die verbliebenen "Restbestände" nach wie vor stark überfischt, denn die Jagd auf den Blauflossenthun ganz einzustellen, können die Japaner sich absolut nicht vorstellen. Wenn nichts geschieht stirbt der König der Meere als Art in absehbarer Zukunft aus.
* Portugal: Geld als Anreiz für Umweltschutz
Im Lissabonner Stadtteil Campolide gibt es ab sofort eigenes Geld: Einen Lixo bekommen alle Bürger, die an eigenen Sammelstellen ein Kilo Recycling-Abfall abliefern. Die "Recycling-Währung" wird 1:1 in Euro umgerechnet und kann in traditionellen Geschäften des Stadtteils verwendet werden. Die Stadtteilverwaltung will so die Anwohner zu mehr Recycling und Umweltschutz bewegen.
Die Weltbilder blicken Woche für Woche bis zum Horizont und weiter. Sie erzählen die wichtigen Geschichten aus dem Ausland: bildstark und informativ. Julia-Niharika Sen zeigt zusammen mit den ARD-Korrespondenten weltweit den Alltag der Menschen im nahen und fernen Ausland: in packenden Reportagen, spannenden Geschichten und berührenden Porträts.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 15.10.2016 um 16:30 Uhr auf tagesschau24.