Im ausgehenden 15. Jahrhundert konnten die Portugiesen Afrikas Südspitze umschiffen. Nur noch der Ozean und seine Monsunwinde trennte sie noch von den ersehnten Schätzen Indiens. Als Vasco da Gama und seine Mannen auf der Insel an der ostafrikanischen Küste anlandeten, staunten sie über fein gekleidete Menschen, arabische Händler, und über reich beladene Schiffe im Hafen. Dort haben sie Proviant geladen, die Boote reparieren lassen und mithilfe der arabischen Seefahrer die Route nach Indien gefunden, die carreira da India.
Das riesige Fort São Sebastião an der Nordspitze der Insel bezeugt bis heute die Stellung der Ilha de Moçambique im Handelsdreieck Europa-Afrika-Asien. Ein Meisterwerk der Renaissance-Architektur. Die Ilha war bis Ende des 19. Jahrhunderts die Hauptstadt der Portugiesen in Ostafrika.
Heute ist der ehemalige Glanz verblasst und blättert wie der Putz an den Steinbauten. Afrika mit seinen Palmen gedeckten Hütten, hat sich sein Erbe zurückgeholt. Aber die Weltkultur ist geblieben, zwar weniger in den Gebäuden, dafür spiegelt sie sich in den Gesichtern der Menschen, einer arabisch-indisch-europäische Melange.
Autor: Eva Witte\nRedaktionelle Leitung: Goggo Gensch\nRegie: Eva Witte\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 02.10.2016 um 06:45 Uhr auf NDR.