* Griechenland: Kein Aufschwung in Sicht
Ministerpräsident Tsipras feiert sich auf der Wirtschaftsmesse in Thessaloniki. Doch Händler und Unternehmer sehen keinen Grund zum Feiern. Sie schimpfen auf die Politik.
* Nepal: Niere gegen Cash
Klingt einfach: Du verkaufst deine Niere und bist die größten Sorgen los. Das ist das Argument von Organhändlern in Nepal. Es gibt eine Region, da hat fast jeder das Angebot angenommen, denn die Leute sind arm. Auch Ram Kumar. Erst wurde er mit einem Jobangebot gelockt. Dann das Geschäft mit der Niere vorgeschlagen. Ihm wurden gut 1.800 Euro versprochen, bekommen hat er nur 700. Ein Verwandter überredete ihn. Oft sind Familienmitglieder die ersten Organhändler in der Kette. Ram Kumar fuhr dann erst nach Kathmandu. Mit falschen Papieren ging es weiter nach Indien, dort wurde er operiert. Heute, so sagt er uns, bereut er es, zugestimmt zu haben. Er muss Schmerzmittel nehmen, kann nicht schwer arbeiten. Dazu kommt, dass das Erdbeben fast das komplette Dorf zerstört hat. Das wenige Geld, das er für seine Niere bekam ist längst aufgebraucht. Kaum einer hilft, außer Krishna Piyari. Die Anwältin kümmert sich um die Opfer. Etwa 300 Fälle kennt sie. Viele sind krank, andere greifen zum Alkohol. Sie sagt, was die Organhändler tun, sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Wir besuchen das Dorf, treffen auch die Polizei und sprechen mit einem Arzt über das kriminelle System.
* Iran: Todesstrafe im Anti-Drogenkampf
Der Iran führt einen harten Kampf gegen die organisierte Drogenkriminalität. Doch die Todesstrafe hat beim Kampf gegen Drogen bisher nicht das gewünschte Ergebnis gebracht. Noch nie gab es so viel Drogenmissbrauch im Iran wie heute, obwohl so viele Dealer und Schmuggler hingerichtet wurden. Langsam scheint bei der iranischen Regierung ein Umdenken einzusetzen. Die Todesstrafe auf Drogenschmuggel soll, auch aufgrund von internationalem Druck, in Haftstrafen umgewandelt werden: "Der Gesetzesentwurf liegt jetzt der Justizkommission im Parlament vor. Die Experten werden sich damit auseinandersetzen. Wir hoffen, dass es so schnell wie möglich zu einem Ergebnis kommt", sagt Shahindokht Molawerdi, Vizepräsidentin im Kabinett von Hassan Rohani.
* Rumänien: Tod durch Desinfektionsmittel
Joana besuchte ein Rockkonzert in Bukarest, als in der Halle ein Feuer ausbrach. Die junge Frau wurde an der Hand verletzt und kam ins Krankenhaus. Dort starb sie. Aber nicht an ihrer Verletzung, sondern durch multiresistente, aggressive Keime. Die konnten sich ausbreiten, da die Ärzte ein gepanschtes Desinfektionsmittel verwendeten. Davon ist Joanas Mutter, selbst früher Chirurgin, überzeugt. Recherchen rumänischer Journalisten haben ergeben, dass offenbar Pharma-Firmen, Krankenhausdirektoren und sogar das Gesundheitsministerium an dem schmutzigen Geschäft mit dem gestreckten Desinfektionsmittel verdienten. Mit fatalen Folgen für die Patienten.
* Südafrika: Eine kraftstrotzende Putzfrau
Regina kann nicht verbergen was in ihr steckt - selbst unter ihrer Putzfrauen-Uniform nicht. Regina hat mehr Kraft als fürs Staubsaugen nötig wäre und das gibt auch ihrer Chefin ein gutes Gefühl: “Wenn ich mal mit irgendwem Ärger habe, dann ist es vielleicht sie, die mir da raushilft“, sagt sie, "und ich werde jedenfalls keinen Streit mit ihr anfangen!". Nach Feierabend geht Regina ins Fitness-Studio, täglich zwei Stunden trainiert die 38-Jährige. Es waren Männer, die Regina dazu ermutigt haben, an Wettbewerben teilzunehmen. Dabei sind es gerade Männer, die in Reginas Heimat Simbabwe darauf pochen, dass Frauen vor allem den Männern dienen sollen. Eine Bodybuilderin ist da völlig außergewöhnlich.
Die Weltbilder blicken Woche für Woche bis zum Horizont und weiter. Sie erzählen die wichtigen Geschichten aus dem Ausland: bildstark und informativ. Julia-Niharika Sen zeigt zusammen mit den ARD-Korrespondenten weltweit den Alltag der Menschen im nahen und fernen Ausland: in packenden Reportagen, spannenden Geschichten und berührenden Porträts.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 23.09.2016 um 00:30 Uhr auf tagesschau24.