* Kenia: Mehr Schutz für Witwen
Kenianische Witwen müssen nach dem Tod ihres Ehemannes mit Armut und gesellschaftlicher Ächtung rechnen. Frauen sind in allen gesellschaftlichen Bereichen von ihren Männern abhängig. Für sie ist deshalb der Verlust des Ehepartners eine Katastrophe. Viele von ihnen werden von Familienangehörigen des verstorbenen Mannes systematisch enteignet und vertrieben. Oft werden sie zu einem sexuellen Reinigungs-Ritual gezwungen. Etwa acht Millionen Witwen gibt es in Kenia. Roseline Orwa, selbst Witwe und von vielen die "Power Mama" genannt, hat vor zwei Jahren die Organisation Sauti ya Wajane Kenya (Voice of widows) gegründet und kämpft für die Rechte der Witwen. Sie hilft ihnen dabei, ein Zuhause zu finden oder Kredite für ein kleines Geschäft zu bekommen, um so selbstständig statt geächtet zu werden.
* EU/Türkei: Immer noch quälerische Tiertransporte
Über 1.000 Kilometer unter furchtbaren Bedingungen: Bei Tiertransporten aus der EU in die Türkei wird massiv gegen EU-Tierrechtsbestimmungen verstoßen. Und das, obwohl die zuständigen türkischen Behörden eine Verbesserung der Situation versprochen hatten, und auch die EU-Bestimmungen weiter verschärft werden sollten. Aber bis heute hat sich nichts an den tierquälerischen Bedingungen vor Ort geändert. Aufnahmen von Tierschutzorganisationen bestätigen: Im Niemandsland zwischen EU-Außengrenze und der Türkei fühlt sich keiner wirklich zuständig. Noch immer werden die Tiere in den Viehtransportern an der bulgarisch-türkischen Grenze teilweise tagelang bei größter Hitze ohne Wasser und Futter sich selbst überlassen.
* Chile: Bauen für Arme
Der chilenische Architekt Alejandro Aravena hat den sozialen Wohnungsbau in Chile revolutioniert. Er baut halbe Häuser für arme Menschen. Die Bewohner können diese dann mit ihrem eigenen Geld und nach eigenen Vorstellungen weiterbauen. Villa Verde heißt zum Beispiel eine solche neue Siedlung. Hier haben auch Diego und seine Frau ein neues Zuhause gefunden hat. Und ein neues Lebensgefühl. "Ich bin ewig dankbar dafür", sagt Diego Rojas. Und seine Frau Rosa Faundez ergänzt: "Jawohl, das ist ein wunderbares Geschenk, das wir selbst auch noch zu mehr machen konnten."
* Kaschmir: Das brutale Vorgehen der indischen Armee
Als die zehnjährige Taman Ashiq von ihrem Wohnungsfenster aus die Demonstration beobachtete, wurde sie von einem Querschläger aus einem Luftgewehr getroffen. Seitdem ist sie blind. Dasselbe Schicksal erlitt der zwölfjährige Umer Nazir, genau wie fast dreihundert weitere Zivilisten. Nicht alle erblindeten, trugen dafür aber zum Teil schwere Verletzungen davon, vor allem im Gesicht. Über einen Monat lang dauert die Neu-Auflage des jahrzehntealten Kaschmir-Konflikts. Auslöser war die Tötung eines Kaschmir-Rebellen durch die indische Armee. Bisher gab es bei den Unruhen über 60 Tote und über viertausend Verletzte. Kaum ein Tag vergeht ohne neue Auseinandersetzungen.
* Kanada: Alkohol für Alkoholiker
Alkohol an Alkoholiker zu verteilen hört sich verrückt an. Aber in Carlington, einem Arbeiterviertel von Ottawa, ist das die Philosophie. Die zerstörerische Frage der Kranken: woher sie ihren nächsten Drink bekommen, muss beantwortet sein, sagt man hier im Oaks. Ein Therapiezentrum in einem umgebauten Hotel. Hier gibt es stündlich von morgens um halb 7 bis abends um halb 10 Wein. Eine abgemessene Ration. Wer allerdings betrunken für einen Wein ansteht, bekommt solange nichts, bis er ausgenüchtert ist.
Die Weltbilder blicken Woche für Woche bis zum Horizont und weiter. Sie erzählen die wichtigen Geschichten aus dem Ausland: bildstark und informativ. Julia-Niharika Sen zeigt zusammen mit den ARD-Korrespondenten weltweit den Alltag der Menschen im nahen und fernen Ausland: in packenden Reportagen, spannenden Geschichten und berührenden Porträts.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 11.09.2016 um 08:05 Uhr auf EinsPlus.