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MENSCH LEUTE

Die Aufspürerin - Wo ist John Dyal?
Montag, 05.09.2016 18:15 Uhr
SWR
Montag
05.09.2016
18:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Hans Schön hatte keine glückliche Kindheit. Nach der Geburt kam er ins Heim, dann in eine Pflegefamilie. Die leibliche Mutter war überfordert - zu jung, zu viele Kinder. Hans Schöns Vater soll ein amerikanischer GI gewesen sein, der zurück in seine Heimat musste, noch bevor er erfuhr, dass seine deutsche Freundin von ihm schwanger war.
Die Briefe, die der amerikanische Soldat seiner deutschen Freundin schrieb, wurden abgefangen, ihre Beziehung zerbrach. Immer wieder fragt sich Hans Schön wie wohl sein Leben verlaufen wäre, wenn die Briefe seines Vaters die Mutter erreicht hätten? Hätte er eine glückliche Kindheit in den Staaten erleben können? Je älter er wird, umso stärker verspürt er den großen Wunsch, seinen Vater kennenzulernen, falls dieser überhaupt noch lebt. Mittlerweile, so nimmt Hans Schön an, müsste er fast achtzig Jahre alt sein und in Jacksonville, Florida wohnen. Das hatte er selber im Internet herausfinden können, viel weiter aber kam er nicht.
Die Aufspürerin hat Erfahrung, Kontakte und einen "siebten Sinn". Gerade letzteren wird sie bei der Suche nach Hans Schöns Vater auch dringend brauchen. Sie und ihr Klient reisen nach Florida, begeben sich auf eine Odyssee und sind einem extremem Wechselbad der Gefühle ausgeliefert. Erwartungen, Hoffnungen, Enttäuschungen, Hoffnungen.
Die erste Adresse, die Susanne Panter mit ihrem Klienten ansteuert: eine ziemlich verwahrloste Gegend mit vermoderten Wohncontainern und zwielichtigen Gestalten.
Zunächst sind sie sich nicht sicher, ob sie überhaupt aussteigen sollen. Als sie es doch noch wagen, der Schock: John Dyal ist tot! Vor drei Monaten gestorben. Aber: dieser John Dyal hieß eigentlich Johnny Dyal, ein gebräuchlicher Frauenname in Amerika. Aufatmen. Die Suche kann weitergehen.
Die zweite Adresse liegt in einer deutlich nobleren Wohngegend. Dort treffen sie eine hilfsbereite junge Frau, die ihnen erzählt: "Ja, John Dyal, der hat hier gewohnt. Bis vor vier Jahren. Dann ist er weggezogen, zu seiner Tochter. Er ist ziemlich krank geworden. Aber wo die wohnt, das weiß ich nicht ... fragen Sie doch mal im Famous Amos nach, dort hat er jeden Morgen gefrühstückt." Je mehr Susanne Panter und Hans Schön nachfragen, umso sicherer erscheint es ihnen: Dieser John Dyal könnte der richtige sein. Auf Hoffnung folgt erneut die Enttäuschung. Im Famos Amos will sich die Bedienung an niemanden erinnern. Wird Hans Schön seinen Vater so kurz vor dem Ziel doch nicht finden?
Die Suche von Hans Schön und der "Aufspürerin" Susanne Panter hat so viele unerwartete und unglaubliche Wendungen, dass selbst die erfahrene Personensucherin unterwegs mehrmals sagt: "Das kann doch alles gar nicht wahr sein! Das ist ja völlig skurril, unwirklich."
Aber es ist wahr. Der vielzitierte Satz: nichts ist spannender als die Wirklichkeit - bei dieser Suche trifft er zu!
In "Mensch Leute" erzählen die Filmemacher Geschichten, die sich hinter den Kulissen des scheinbar Alltäglichen ereignen - und die man so kaum für möglich halten würde. Das Spannende, Unerwartete, Kuriose und Überraschende hinter der ganz normalen Alltagsgeschichte gilt es zu entdecken. Ob millionenschwerer Rentner, der sein Erbe verschenkt, oder totgesagter Fixer, der zum gefeierten Triathleten wird: Die Geschichten, die "Mensch Leute" erzählt, klingen oft unglaublich, stammen aber aus dem ganz normalen Leben.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 05.09.2016 um 18:15 Uhr auf SWR.