Die sechsteilige Dokumentarfilmreihe erzählt die Geschichte des Untergangs der Sowjetdiktatur aus der Innensicht, zu Wort kommen einfache Arbeiter genauso wie ehemalige KP-Mitglieder oder Mitarbeiter des KGB.
Im Jahr 1991, also vor ziemlich genau 25 Jahren, verschwand die Sowjetunion von der politischen Landkarte. Mit dem Ende der UdSSR war auch die strenge Trennung zwischen westlicher Welt und Ostblock obsolet geworden. Sowjetische Filme, Songs von Regimegegnern, Fernsehnachrichten und privates Archivmaterial liefern den Schlüssel, um eine wenig erforschte Seite des Ostblocks zu ergründen. Dabei kommen Zeitzeugen zu Wort, die die letzten 15 Jahre vor dem Ende der Sowjetunion miterlebten. Jeder von ihnen hat seine persönliche Erklärung für den plötzlichen Zusammenbruch der Sowjetherrschaft. Auf Postkarten äußerten sich einst die Sowjetbürger über ihren Alltag und ließen sich - mehr oder weniger verschlüsselt - Mitteilungen politischer Art zukommen. In den ersten drei Teilen der Dokumentationsreihe erzählen die Zeitzeugen nun ganz offen von den wahren Ereignissen, zum Beispiel von Zwangstrennungen, Widerstand und Untergrundaktionen. Diese Erinnerungen stellt die Dokumentarfilmreihe durch audiovisuelles Archivmaterial gestützt in den geschichtlichen Zusammenhang. Die Dokumentarfilmreihe "Lebt wohl, Genossen!" wurde in zwölf Ländern gedreht und wird von 15 europäischen Fernsehsendern ausgestrahlt.
Darin die Dokumentationen:
* Lebt wohl, Genossen! (4/6) - Aufbruch (1988), Film von Andrei Nekrasov
Glasnost und Perestroika zeigen erste Wirkung: zahlreiche neue Zeitungen werden gegründet, eine Aufarbeitung der stalinistischen Vergangenheit beginnt und langsam aber sicher macht das ganze Land von der neuen Meinungsfreiheit Gebrauch. Gleichzeitig verschlechtert sich die wirtschaftliche Situation weiter und es kommt zu ersten ethnischen Auseinandersetzungen zwischen den sowjetischen Republiken. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung steigt, insbesondere in den Ostblockstaaten, die dem Reformkurs Gorbatschows nicht folgen
* Lebt wohl, Genossen! (5/6) - Rebellion (1989), Film von Andrei Nekrasov
1989 ist das Jahr, das die Weltordnung komplett veränderte. Während die UdSSR , Polen und Ungarn mit freien Wahlen den Übergang zur Demokratie wagen, halten die Regierungskader anderer Ostblockländer an ihrer Macht fest. Im Herbst 1989 jedoch werden auch sie einer nach dem anderen von einer Welle von friedlichen Revolutionen überrollt, die die kommunistischen Regierungen zum Rücktritt zwingen
* Lebt wohl, Genossen! (6/6) - Kollaps (1990 - 1991), Film von Andrei Nekrasov
Michail Gorbatschow, als Reformator von den westlichen Ländern gefeiert, wird von den zunehmenden Unruhen in seinem Land erdrückt. Nach einem missglückten Putschversuch im Sommer 1991 übernimmt sein Rivale Boris Jelzin die Zügel. Am 25. Dezember 1991 schließlich kündigt Michail Gorbatschow in einer Fernsehansprache seinen Rücktritt als Präsident der UdSSR an und besiegelt damit die Auflösung der einstigen Weltmacht. Symbolisch wird am Abend die Flagge der Sowjetunion mit Hammer und Sichel im Moskauer Kreml eingeholt und durch die weiß-blau-rote Flagge Russlands ersetzt. Der Sozialismus ist Geschichte
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 21.08.2016 um 14:00 Uhr auf Phoenix.