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Spiele der Welt

Naginata in Japan
Freitag, 26.08.2016 15:30 Uhr
EinsPlus
Freitag
26.08.2016
15:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Frauen in langen, dunklen Röcken stoßen laute Schreie aus und dringen mit sichelartigen Lanzen auf ihre Gegnerinnen ein. Ihre Gesichter haben sie mit Masken verhüllt, nur ihre Augen sind zu erkennen. Das ist Naginata, einst Kriegskunst der Samurai, ein Kampf auf Leben und Tod, heute ein japanischer Kampfsport für Frauen. Schon im Mittelalter war die Naginata, das 'Lange Schwert', die Waffe der japanischen Frau. Wenn die Männer in den Krieg zogen, übergaben sie ihrer Frau die Samurailanze, mit der die Zurückbleibende das Haus und ihre Ehre verteidigen sollte.
Auch körperlich überlegene Gegner ließen sich mit der messerscharfen Naginata auf Distanz halten. Im Lauf der Jahrhunderte verlor die tödliche Kraft der Naginata an Bedeutung. Der hilosophische Hintergrund aber wurde immer wichtiger. Der Kodex der Samurai: Loyalität, Ehre und Selbstaufopferung sollte die Kämpferinnen zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft machen. Darum durften die Frauen weiterhin den Bushido, den 'Weg des Kriegers', beschreiten. Naginata wurde zum Frauensport. Das traditionelle Frauenbild, bei dem sich Schönheit, Unterordnung und Bescheidenheit verbinden, verträgt sich gut mit dem Leistungs- und Disziplingedanken des Naginatakampfes. Auch heute geben die Eltern ihre Töchter gerne ins Naginatatraining, weil den Mädchen dort Grundwerteder japanischen Gesellschaft vermittelt werden.
Der Film begleitet Naginataschülerinnen und ihre Lehrerinnen bei den Vorbereitungen zu den nationalen Meisterschaften. Die Kämpferinnen trainieren jeden Tag stundenlang, trotz Schule, Familie, Universität oder Beruf. Naginata ist Teil ihres Lebens. Frau Mitamura,die Lehrerin, erklärt es so: 'Wenn man während der Übung den Kopf oder das Bein des Gegners trifft, wächst auch die innere Verbindung mit ihm, und wenn sich zwischen den beiden Kämpfern ein Verständnis aufbaut, dann hat man dieses unbeschreibliche Gefühl.' Jeder Schritt, jeder Schlag und jeder Schrei ist beim traditionellen Naginata festgelegt. Jahrelanges gemeinsames Training ist nötig, um denvollkommenenen Bewegungsablauf zu erreichen.
Zwei Meisterinnen, Frau Mitamura und Frau Sakakida, beide über 80 Jahre alt, trainieren seit Kinderzeiten. Das moderne Naginata ist wettkampfbetonter und individueller, aber auch hier geht es um die ästhetische Harmonie der Bewegungen. Die Schülerinnen trainieren hart, um den harmonischen, perfekten Gleichklang mit der Gegnerin zu finden. Naginata ist Sport, und bei den großen Turnieren geht es um Punkte, Pokale und Siege. Aber für die Schülerinnen ist Naginata vor allem ein Training für den Geist und die Psyche. 'Um einen Kampf gewinnen zu können, denke ich, ist es wichtig, zielstrebig und genügend zu trainieren. Ich glaube aber, dass eine starke Psyche und der Wille, die Gegnerin zu treffen, wichtig sind', sagt Michio, eine junge Naginatakämpferin.
Ein Film von Christian Romanowski

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 26.08.2016 um 15:30 Uhr auf EinsPlus.