* Venezuela: Krankenhäuser am Abgrund
Präsident Nicolás Maduro lässt sein Volk hungern, alle sind betroffen, nicht nur die Menschen in den Armenvierteln. Venezuelas Politiker - ob Regierung oder Opposition - haben so viel mit sich selbst zu tun, dass sie auch das Gesundheitswesen verkommen lassen. Staatliche Krankenhäuser stehen oft vor dem Abgrund, können Patienten nicht behandeln, weil es an allem fehlt. Die Bilder der Notaufnahme eines staatlichen Krankenhauses - heimlich gedreht, weil die Regierung nicht will, dass die Welt es erfährt - dokumentieren das Elend. Viel mehr als ein Pflaster haben die Ärzte für die Kranken hier nicht mehr zu bieten. Besonders dramatisch ist die Situation auf der Kinderkrebsstation. Die Ärzte können hier kaum noch behandeln und müssen zusehen, wie ihre kleinen Patienten sterben. Denn Medikamente für die Chemotherapie sind in Venezuela nicht mehr zu bekommen.
* Bangladesch: Frauenfußball in der Provinz
Nazma ist 13 Jahre alt und ledig. Weil ihr Vater es erlaubt, darf das Mädchen Fußball spielen. "Ich habe auch versprochen, dass ich die Schule nicht vernachlässige", sagt Nazma. Aber sollte sie einmal heiraten - jedes dritte Mädchen in Bangladesch ist schon unter 15 Jahren verheiratet - dann könnte sie Pech haben: Wenn der Ehemann es befiehlt, ist Schluss mit Fußball. Vor allem konservative Muslime sehen Frauensport kritisch, je nach Auslegung der Religion gehöre er sogar ganz verboten. Nazmas Dorf in der Provinz ist eine Besonderheit: Hier spielen 70 Mädchen Fußball - und ihr Dorf profitiert davon. Denn Bangladeschs Premierministerin Hasina Wajed ist Fan der kickenden Mädchen, die Politikerin hat für bessere Schulen im Dorf gesorgt und dafür, dass 800 Familien jetzt Strom haben.
* Südafrika: Tanzen gegen Kriminalität
Sie verrenken sich so sehr, dass es beim Zusehen wehtut. Jabulani, Junior und Lebuwane mit ihrem sogenannten Skelett-Tanz. Jeden Tag tanzen sie in Soweto vor dem ehemaligen Haus von Nelson Mandela für die Touristen. Die Zuschauer kommen aus dem Staunen nicht raus - und manch einen schaudert es auch, wenn sich die Jungs verrenken und Arme und Beine so unnatürlich verdrehen. Der Tanz sei ihr einziger Job, von dem Geld, das ihnen die Touristen geben, müssen die jungen Männer leben - und es muss auch reichen, um ihre Familien zu unterstützen. Denn die Eltern sind arbeitslos oder haben nur schlecht bezahlte Jobs. Gut, dass die Jungs so berühmt sind, dass Touristen zu ihnen pilgern - Youtube sei Dank. Ihr Tanz hat sie von der Straße geholt, wo Drogen und Kriminalität die Alternative waren. Jetzt sind sie Vorbilder für Kinder, mit denen sie üben.
* USA: Die Granny hat den Funk im Blut
Sie ist 82 Jahre alt, weiß, und sie hat nicht nur den Blues, sondern auch den Funk im Blut: Alice Donohue. Mit ihrer Band "Granny and the Boys" ist sie eine echte Musik-Attraktion in der Bar in Washington D.C. Die "Boys" sind nicht ganz so alt wie "Granny" und allesamt schwarz. Alice erinnert mit Dauerwelle und Brille eher an eine Dame aus einer Bridge-Runde. Sie sitzt am Keybord und lässt die Finger flitzen zu funky Grooves. Die "Boys" sorgen derweil für Stimmung auf der Bühne. Nach dem Tod ihres Mannes vor zehn Jahren hat Alice Donohue die Musik wiederentdeckt, und irgendwie hatte sie plötzlich eine Band. Einfach funky.
Produktion: Stefanie Roehrig\nRedaktionelle Leitung: Claudia Buckenmaier\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 20.08.2016 um 16:30 Uhr auf tagesschau24.