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Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Die Solowetzky-Inseln (Russland) - Bastion Gottes
Samstag, 20.08.2016 12:30 Uhr
ARD alpha
Samstag
20.08.2016
12:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Die Solowetzky-Inseln, sechs Inseln im Weißen Meer am Eingang der Onegabucht, sind nur 160 Kilometer vom Polarkreis entfernt. Der Mönch Sawwati und der Einsiedler German waren die ersten, die auf die Inseln kamen. Nach Sawwatis Tod holte German einen Nachfolger nach Solowki, Sosimo, und gemeinsam mit anderen Mönchen begannen sie zu bauen, ein Kloster und Kirchen. Sawwati und Sosimo gingen in die russische Glaubenswelt ein, als die wundertätigen Gründerväter des Solowetzker Klosters. Im 16. Jahrhundert ersetzt durch steinerne Bauten, die Verwandlungskathedrale, die Entschlafungskathedrale, das Refektorium.
Im Reich Iwan des Schrecklichen spielte das Kloster auch eine strategisch Rolle. 1571 wurden erstmals schwedische Schiffe vor Solowki gesichtet - ein Ausläufer des Kriegs um Livland. Das Kloster, die Bastion Gottes, wurde zur Festung. Peter der Große kam 1702 nach Solowki, um von hier seinen Krieg gegen die schwedischen Festungen im Onega-See zu führen. Als Zar Peter die Schweden vertrieben hatte, war Rußlands Weg zur Ostsee frei. Andreas Christoph Schmidt erzählt in seinem Film aber nicht nur von frommen Mönchen und kriegerischen Zaren. Als Alexander Soschenizyn den Begriff Archipel Gulag prägte, dachte er an den Archipel Solowki. Das Lager Solowki war Rußlands erstes großes Häftlingslager, das Modell des sowjetischen Lagersystems. War es Zynismus der neuen Herren Rußlands, daß sie hier ein Lager errichteten? Waren es praktische Überlegungen? Die Klosterfestung hatte auch früher schon als Gefängnis gedient, als orthodoxes Alcatraz, von Zar und Patriarch mit Häftlingen beschickt. Viele Jahre gab es kein Haus, keine Kirche und kaum eine Hütte auf den Inseln, in denen nicht Gefangene gepfercht worden wären. Heute leben wieder Mönche auf den Inseln, nach strengen Regeln. Der Putz blättert von den Wänden und gibt den Blick frei auf Fresken, die übertüncht wurden, damit die Gefangenen ihre Schutzheiligen nicht sehen.
Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.

Kontakt: Gábor Toldy\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 20.08.2016 um 12:30 Uhr auf ARD alpha.