Sie war Mitte des 19. Jahrhunderts kaiserliche Konkubine und Mutter des Thronerben, der als Kind zum Kaiser wurde. Sie erlebte die Überfälle der europäischen Truppen, die mit der Zerstörung aller kaiserlichen Gärten das Reich der Mitte gefügig machen wollten, um China unter sich aufzuteilen.
Cixi wollte die Schmach dieser Demütigung durch den Wiederaufbau des Sommerpalastes schnell vergessen. Gegen alle Vernunft, denn die chinesische Bevölkerung war verarmt, das Land von Aufständen gegen die unfähige letzte Kaiserdynastie geschüttelt, setzte Cixi alle Mittel ein, um die Pracht und den Glanz des alten China noch einmal auferstehen zu lassen. Mit Intrigen und Verschwörung ertrotzte sie den Wiederaufbau des Sommerpalastes. Den Marineetat z.B. verwendete sie, um einen marmornen Pavillon in Form eines Raddampfers an den See zu bauen.
Vom Sommerpalast aus regierte Cixi als Regentin für unmündige oder als geistesgestört erklärte Thronerben fast ein halbes Jahrhundert lang. Sie konnte den Verfall des chinesischen Kaisertums nicht aufhalten. Heute sieht man sie nicht mehr so kritisch, wie zu ihren Lebzeiten, denn ihrem Starrsinn, ihrer Prunksucht und ihrer Liebe zur Natur ist es zu verdanken, dass es den Sommerpalast noch heute gibt - auch als große Einnahmequelle durch den Tourismus.
Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 19.08.2016 um 07:35 Uhr auf SR.