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Mauerjahre - Leben im geteilten Berlin

Die Jahre 1976 - 1990
Dienstag, 09.08.2016 22:45 Uhr
RBB
Dienstag
09.08.2016
22:45 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

1976 feierte die DDR-Führung den 15. Jahrestag der „Sicherung der Staatsgrenze“ und machte die Mauer an vielen Stellen noch undurchlässiger. Der Palast der Republik wurde feierlich eingeweiht, der Liedermacher Wolf Biermann nach einem Auftritt in West-Deutschland von der DDR-Regierung ausgewiesen. 1977 war das Jahr des RAF-Terrors. Der Ost-Berliner Sänger und Schauspieler Manfred Krug verließ die DDR, David Bowie veröffentlichte sein Album mit dem legendären Titelsong „Heroes“. 1978 besuchte die britische Königin Elisabeth II. West-Berlin und die Gebrüder Blattschuss besangen die "Kreuzberger Nächte“. In Ost-Berlin entstand die Satellitenstadt Marzahn. 1979 eroberte die Alternative Liste zum ersten Mal im West-Berliner Senat. In Ost-Berlin herrschte Wehrpflicht. Wer verweigerte, „wanderte in den Bau“, anders in Westberlin: Wer nicht dienen wollte, zog gerade deshalb in die Inselstadt. 1980 Menschen in West - wie in Ost-Berlin litten unter dem Wohnungsmangel und reagierten mit Hausbesetzungen und „schwarz Wohnen“.
Der DEFA-Film "Solo Sunny" erhielt viel Aufmerksamkeit auf der Berlinale (und einen Silbernen Bären). 1981 wurde Richard von Weizsäcker Regierender Bürgermeister, der Film „Christiane F. Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ schockierte die Menschen. Das Sport- und Erholungszentrum, kurz SEZ genannt, versprach Sport und Wellness - made in GDR. 1982 herrschte in Westberlin SMOG-Alarm und der Ostberliner Pfarrer Rainer Eppelmann und der Dissident Robert Havemann veröffentlichten ihren „Berliner Appell“ und forderten Abrüstung und Meinungsfreiheit in der DDR. 1983 empfing DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker den Westberliner Regierenden Bürgermeister Richard von Weizsäcker, Udo Lindenberg trat im Ostberliner Palast der Republik auf. 1984 übergab die DDR-Reichsbahn die S-Bahn im Westteil der Stadt an den Westberliner Senat und in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin harrten DDR-Bürger aus und hofften auf ihre Ausreise. 1985 wurde die Versöhnungskirche im Todesstreifen an der Bernauer Straße gesprengt und in West-Berlin sorgte AIDS für Angst und Unsicherheit. 1986 fand der letzte Agentenaustausch auf der Glienicker Brücke statt, ein Bombenanschlag auf die amerikanische Diskothek „La Belle“ in West-Berlin forderte Tote. 1987 feierten beide Teile Berlins das 750-jähriges Bestehen - getrennt. US-Präsident Ronald Reagan forderte am Brandenburger Tor vom sowjetischen KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow, das Tor zu öffnen und die Mauer einzureißen. 1988 wurden der Liedermacher Stephan Krawczyk und einige seiner oppositionellen Mitstreiter zur Ausreise aus der DDR gezwungen. US-Rocklegende Bruce Springsteen trat im Ostberliner Weißensee vor 200.000 Menschen auf. 1989 veränderte wie kein anderes seit 1961 das Leben in der geteilten Stadt. Die Mauer fiel nach Massenprotesten und -Demonstrationen von DDR-Bürgern. 1990 wurde die Mauer abgetragen - von Mauerspechten in Handarbeit und von Baggern plattenweise. Ostberliner stürmten die Stasi-Zentrale, wählten zum ersten Mal frei, die D-Mark kam und die Wiedervereinigung. Eine Stadt im Umbruch und Aufbruch…
Keines der „Mauerjahre“ gleicht dem anderen. Berlin ist Brennpunkt des Kalten Kriegs, Schauplatz der Weltpolitik und heftiger Auseinandersetzungen - aber auch Biotop der Aussteiger und Andersdenkenden, voller Leben in Nischen, voller Erfindungsreichtum. Stets bleibt das unbändige Lebensgefühl der Berliner spürbar.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 09.08.2016 um 22:45 Uhr auf RBB.