An der Altriper Fähre gibt es zwar kein Strandbad mehr, wie noch in den 1950er Jahren, aber der Rhein lebt wieder! Fische tummeln sich im sonnenbeschienenen Wasser, direkt am Kiesufer, wo heute nur Hunde spielen. Hier beginnen wir unsere Entdeckungsreise entlang des Rheins, die uns bis Ingelheim führen wird. Fahr mal hin sucht nach moderner Rheinstrand-Kultur und findet idyllische Plätze für einen kleinen Urlaub am großen Strom: Einsame, verborgene Buchten, die nur mit dem Boot zu erreichen sind, genauso wie Tummelplätze für Familien vor den Toren der Städte Mainz und Ludwigshafen.
In Altrip spielt sich das Strandleben nicht mehr am Rheinufer ab, sondern an den Altrheinarmen, die sich in einer grünen Auenlandschaft südlich von Ludwigshafen verzweigen: Auf dem Kiefweiher z.B. finden Wasserskiläufer eine ideale Strecke zum Trainieren. Das Wasser an der "Blauen Adria" - so der Name eines der Seen hier - ist so klar, dass Kinder nach Fischen tauchen.
In und um Oppenheim treffen wir auf einen offiziellen Hundestrand - ein Paradies für Vierbeiner und ihre Freunde auf zwei Beinen. Nicht weit davon probt der DLRG Nackenheim Wasserrettung an den Ufern der einsamen Rheininsel Kisselwörth. Hier gibt es nur einen einzigen Bewohner und der Badebetrieb ist nur am Wochenende geöffnet.
Im Mainzer Hafen lernen Jugendliche, auf Brettern stehend zu surfen. "Standuppaddeling", kurz "SUP", nennt sich dieser neue, ungewöhnliche Wassersport. Mit ein paar Zwischenstopps an kleineren Stränden geht es weiter nach Heidesheim, wo sich rund um das nachhaltige Gastronomiekonzept des Campingplatzes "Inselrhein" ein geselliges Plätzchen für Kurzurlauber aus Mainz etabliert hat. Entschleunigung ist das Zauberwort an diesem wie an vielen anderen Rheinstränden. Man sonnt sich, plantscht und sitzt abends am Lagerfeuer zusammen oder trifft sich beim Boule. Hier braucht es nicht viel, um zufrieden zu sein. Der Rhein lässt so manche Alltagssorge einfach wegfließen.
Eine Welle der Strandbadnostalgie schwappt über den Ingelheimer Strand: Viele Besucher der Uferklause erinnern sich daran, wie sie hier - in einem richtigen Rheinschwimmbad - ihre schönsten Kindheits- und Jugendstunden verbrachten und wie sie bei "Bademeister Acker" schwimmen lernten. Dessen Sohn lebt heute noch in einem Stelzenhaus und pflegt den Strand vor seiner Haustür, "weil es sonst keiner macht". Woanders leben? Hat er probiert. Aber es ging nicht. Wenn er hier nicht mehr wohnt, werden die alten Häuser abgerissen und die Natur wird diesen Strand in wenigen Jahren überwuchern. Doch auch wenn es diesen Strand nicht mehr lange geben sollte: Viele andere entstehen gerade - die Zukunft der Rheinstrände hat gerade erst begonnen!
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 12.08.2016 um 18:15 Uhr auf SR.