1936 war das Jahr der Olympischen Spiele in Deutschland. Nach den IV. Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen im Februar kamen auch die XI. Olympischen Sommerspiele vom 1. bis zum 16. August 1936 nach Berlin. Das Internationale Olympische Komitee vergab die Spiele am 13. Mai 1931 nach Deutschland, doch zu dem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass in Deutschland ein gravierender politischer Wandel bevorstand.
Das NS-Regime nutzte die Sommerspiele in Berlin, um der Bevölkerung ihre Ideologie zu propagieren, obwohl die Nationalsozialisten den olympischen Gedanken der Völkerverständigung stets abgetan haben. Letztendlich kamen sie zu dem Entschluss, die Olympischen Spiele für ihre Zwecke zu nutzen.
phoenix beleuchtet in "Historische Ereignisse" mit zwei spannenden Dokumentationen rund um die damaligen Sportler und Persönlichkeiten die Ereignisse dieser bedeutsamen Olympiade.
* ca. 00.00, 14.00 & 04.30 Uhr: Jesse Owens, Der schnellste Mann der Welt, Film von Stanley Nelson und Laurens Grant
Jesse Owens war der große Star der Olympischen Spiele in Berlin - bis heute ist er eine Sportlegende. Die Dokumentation von Stanley Nelson erzählt die ungewöhnliche Lebensgeschichte des Ausnahme-Leichtathleten vor dem Hintergrund von Rassentrennung in den USA und Nazi-Ideologie in Deutschland. Für einen jungen Schwarzen in den USA der 30er Jahre war Leichtathletik eine der wenigen Möglichkeiten, Karriere zu machen - und Jesse Owens, der in einem armen Viertel von Cleveland aufgewachsen war, war ungewöhnlich begabt im Sprint und im Weitsprung.
Trotz der überwältigenden Triumphe in Berlin entwickelte sich für Jesse Owens das Leben nach den OIympischen Spielen enttäuschend; die USA und vor allem die Sportfunktionäre weigerten sich, seine Leistungen anzuerkennen, weil er die falsche Hautfarbe hatte. Selbst am Tag der Parade, die zu seinen Ehren veranstaltet wurde, wurden seine Frau und er im Hotel abgewiesen, weil sie keine Weißen waren...
* ca. 00.45, 14.45 & 05.15 Uhr: Leni Riefenstahl, Der Preis des Ruhms, Film von Jens Monath
Sie war eine der umstrittensten Frauen des 20. Jahrhunderts - eine der Frauen, die Hitler nahe standen: Leni Riefenstahl, die als Regisseurin dem verbrecherischen NS-Regime bedingungslos diente. Filme wie "Triumph des Willens" und die beiden Olympiafilme machten sie legendär. Nicht nur sie profitierte von dem Pakt mit dem Teufel, auch ihr geliebter Bruder Heinz zählte zu den großen Nutznießern. Leni Riefenstahl sorgte dafür, dass auch sein Geschäft florierte, auch dann noch, als Deutschlands Städte bereits in Trümmern lagen. Am Ende konnte Hitlers Regisseurin nicht verhindern, dass Heinz doch noch als Soldat an die Ostfront geschickt wurde, wo er 1944 fiel. An seinem Tod gab sie sich und anderen die Schuld. "Ich kann mir nicht verzeihen, dass ich es unterließ, ein einziges Mal Hitler um etwas ganz Persönliches zu bitten", warf sie sich später in ihren Memoiren vor.
Die Dokumentation zeigt Leni Riefenstahl aus einer bislang unbekannten Perspektive und macht klar, wie hoch der Preis des Ruhms für sie war.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 31.07.2016 um 14:00 Uhr auf Phoenix.