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Geheimnisvolle Orte

Geheimnis Nürburgring
Samstag, 30.07.2016 12:45 Uhr
NDR
Samstag
30.07.2016
12:45 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Nur wenige Orte ziehen so viele Menschen magisch an wie der Nürburgring in der Hocheifel. Kaum irgendwo ist der Grat zwischen kalkuliertem Risiko und tödlichem Leichtsinn so schmal.
Der Nürburgring ist einer der gefährlichsten Orte Deutschlands und doch Lebensspender für eine ganze Region. Ein nationales Symbol, das viele zu nutzen versucht haben. Der Asphalt des Nürburgrings kennt die Träume der Mächtigen und die Hoffnungen der Menschen in der Eifel. Und er erzählt von den Geheimnissen, die sie alle mit "ihrem" Nürburgring verbinden.
Es ist schon eigenartig: Ausgerechnet die Eifel als eine der ärmsten Regionen im früheren Deutschen Reich wird zum Ort der modernsten Rennstrecke der Welt. Dazu brauchte es nicht nur viele Millionen Reichsmark aus Berlin, sondern auch einen vom Rennsport begeisterten Kaiser. Und so ließ Dr. Otto Creutz, Landrat vom abgeschieden gelegenen Adenau, seine Beziehungen ins weite Berlin spielen. Und es gelang tatsächlich.
Adenau war Anfang des 20. Jahrhunderts der ärmste Landkreis in Deutschland. "Preußisch Sibirien" wurde die Gegend genannt, in der es weder Industrie noch ergiebige Ackerflächen gab. Der Bau des Nürburgrings war damit nicht nur eine Angelegenheit von nationaler Bedeutung, sondern zugleich eine der größten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der deutschen Geschichte. Um möglichst viele Menschen in Lohn und Brot zu bringen, wurden viele Arbeiten von Hand gemacht, auch wenn es geeignete Maschinen gegeben hätte.
Auf dem Asphalt des Nürburgrings wurden beim Rennen um den "Großen Preis von Deutschland" legendäre Triumphe gefeiert. Rudolf Caracciola, Juan Manuel Fangio, Stirling Moss oder Jackie Stewart holten sich hier die Siegerpokale.
Aber auch tragische Unglücke überschatteten immer wieder den Ruf der Rennstrecke. Die Bilder von Niki Laudas Unfall 1976 auf der Nordschleife gingen um die Welt. Die heute 21 Kilometer lange Asphaltpiste hat zahlreiche Todesopfer gefordert. Sie hat aber auch Leben gerettet, als die Bomben der Alliierten am Ende des Zweiten Weltkrieges auch auf Adenau fielen.
Die Dokumentation erkundet die Geheimnisse des Nürburgrings. Gisela Herbstrith, die über 90-jährige Tochter des Nürburgring-Gründers, erinnert sich an die Anfangszeit. Ihr Vater, der damalige Adenauer Landrat Dr. Otto Creutz, ließ den Nürburgring 1925 bis 1927 als Notstandsarbeit von Hand erbauen und konnte so 2.500 Menschen in Lohn und Brot bringen.
Heute ist für die meisten Eifelbewohner ein Leben ohne den "Ring" nicht mehr vorstellbar, ob bei den Motorsportrennen oder Deutschlands größtem Rockfestival Rock am Ring. Umso mehr sorgen sich die Menschen am Nürburgring um die Ereignisse der vergangenen Jahre. Berichte über Misswirtschaft und Insolvenz haben die ganze Region in ihren Grundfesten erschüttert, nachdem der Nürburgring seit 2013 zum Verkauf stand. Von seiner Zukunft hängt eine ganze Region ab.

Autor: Adrian Lehnigk\nRegie: Adrian Lehnigk\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 30.07.2016 um 12:45 Uhr auf NDR.