* Slowakei: „Késaj Tchavé“ - „Die Kinder der Fee“, so nennt sich diese Truppe von 20 singenden und tanzenden Roma, Kinder und junge Erwachsene, zwischen sechs und 25 Jahren. Eigentlich sind es alles Menschen, denen niemand in der Slowakei auch nur den Hauch einer Zukunft zutraut. Doch Ivan Akimov, ihr Lehrer, holt sie raus aus den Barackensiedlungen, lehrt sie singen und tanzen und tourt mit ihnen bis nach Paris.
Ivan Akimov und seine Frau Helena haben diese Truppe vor fünfzehn Jahren gegründet. Seitdem suchen sie jedes Jahr aufs Neue in den Armensiedlungen der Roma im Osten der Slowakei junge begabte Sänger, Tänzer und Musiker - sie alle haben eigentlich keine Chance, der Armut zu entkommen, aus Mangel an Bildung, gefangen in einer Tradition, die sie ausschließt aus der Gesellschaft und sie alle, ohne Ansehen der Person, von Geburt an zu Verlierern stempelt. Ivan und Helena Akimov aber holen sie da raus, lassen sie versäumten Unterrichtsstoff nachholen, damit sie die Schule abschließen, am besten natürlich mit dem Abitur. Abends holen sie dann die Instrumente raus, um gemeinsam zu musizieren, auf den Spuren der Roma-Tradition. Genau damit sind sie berühmt geworden, Ende Oktober buchte sie das Olympia in Paris für einen Auftritt.
ARTE-Reporter haben sie begleitet, in ihrem Alltag in den Armensiedlungen, in der Schule und bei den Proben für den großen Auftritt in Paris. Und auf dem Weg dahin hielten sie an, für ein Konzert in einer illegalen Siedlung von Roma nahe Paris und für eine Demo mitten auf dem Trocadero.
* Kenia: Mobilfunk made in Africa. Vor fünfzehn Jahren hatten nur vier Millionen Menschen in Afrika ein Mobil-Telefon - heute sind es über 900 Millionen auf dem ganzen Kontinent. Das Mobil-Telefon und das Internet haben das Leben der Menschen in Afrika fundamental verändert. Die vielen großen und kleinen Unternehmen, die diesen Boom mit technischen Lösungen und Software initiiert haben, sie gehören heute mit zu den bedeutenden Motoren der Wirtschaft auf dem Afrikanischen Kontinent: Denn Banken, Gesundheitswesen und Energieversorger kommunizieren dort jetzt mit ihren Kunden über SMS und Internet – bis in die entlegensten Dörfer auf dem Land. In Kenia etwa haben 80 Prozent der Menschen inzwischen ein Mobiltelefon – per SMS zahlen sie Rechnungen, informieren sich über Viehhaltung oder holen sich Nachhilfekurse für ihre Kinder. Kenia steht seit einigen Jahren in Sachen Innovation durch Mobil-Telefone ganz vorne auf dem Kontinent – „Made in Africa“ hat dadurch einen ganz neuen Klang. ARTE-Reporter fuhren nach Savannah Valley in Kenia und entdeckten in diesem afrikanischen Tal der Innovationen manche Parallelen zum Silicone Valley in den USA.
Aktuelle europäische und internationale politische Themen und Herausforderungen, ergänzt durch historische Erläuterungen und geopolitische Analysen. ARTE Reportage berichtet über die Fakten und die menschlichen Verhältnisse, die sich hinter diesen Fakten verbergen. Durch die Sendung führen abwechselnd Andrea Fies und William Irigoyen, jeden Samstag.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 02.07.2016 um 17:10 Uhr auf arte.