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45 Min

Impotenz - Die Angst der Männer
Mittwoch, 22.06.2016 10:15 Uhr
EinsPlus
Mittwoch
22.06.2016
10:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Aber auch umgekehrt wirken sich bestimmte Krankheiten wie z. B. Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leistungsdruck und Stress negativ auf die Sexualfunktionen aus. Für viele Männer ist das der Anfang eines qualvollen Leidensweges, der noch dadurch erschwert wird, dass sich die Störungen im intimsten Bereich des menschlichen Lebens abspielen und immer noch als gesellschaftliches Tabu gelten. Persönlichkeit, Selbstbewusstsein, Lebensqualität und vor allem die Partnerschaft leiden oft massiv an den Konsequenzen des empfindlich verletzten, männlichen Selbstwertgefühls.
Für "45 Min" hat der Autor Alexander Czogalla Männer getroffen, die mit ihm erstaunlich offen über ihr Problem und dessen Auswirkungen auf ihr Leben sprechen. Andreas N. (47) leidet seit mehr als 20 Jahren unter Erektionsstörungen. Er hat, wie die meisten der Betroffenen, aus Schamgefühl jahrelang geschwiegen und auch deshalb kaum oder die falsche Hilfe bekommen. Die Dokumentation begleitet ihn bei einem neuen Versuch, mithilfe von Fachärzten, Experten und Psychologen der Ursache seines Problems auf die Spur zu kommen.
Arne C. (66) hat nach dem Krebstod seiner Frau jahrelang keine sexuellen Gefühle mehr entwickeln können und geriet in einen Teufelskreis aus Versagensängsten, Frust und Leistungsdruck.
Thomas S. (48) ist nach einer Prostata-Operation vor sechs Jahren impotent. Die neue Situation hat die Ehe mit seiner Frau Anja (48) auf eine harte Probe gestellt.
Die Not der Betroffenen hat einen weltweit florierenden Markt von Potenzmitteln geschaffen, auf dem kräftig abgesahnt wird. Der vom US-Pharmariesen Pfizer vor 15 Jahren eher zufällig
entdeckte Wirkstoff Sildenafil, ursprünglich als Mittel gegen Bluthochdruck entwickelt, wurde als Potenzmittel mit dem Namen Viagra weltweit zum Medikamenten-Blockbuster. Die blaue Pille gilt bis heute als das Wundermittel und bringt dem weltgrößten Pharmakonzern jährlich Milliardengewinne ein, auch nach dem Fall des Patentschutzes im Juni 2013. Seitdem machen auch andere Arzneimittelhersteller mit den entsprechenden Generika ein gutes Geschäft. Im Internet wird kräftig mit Fälschungen und Placebos mitverdient, die online rezeptfrei angeboten werden. Zollfahndern gehen weltweit jährlich Millionen Pillenfunde ins Netz; in den gefälschten
Präparaten wurden schon Rattengift, Bodenreiniger, Straßenfarbe oder Amphetamine festgestellt.
Gesundheitsbehörden und Ärzte warnen vor der Anwendung der Pillenkopien, im besten Fall haben sie keine Wirkung, im schlimmsten sind sie tödlich.
Doch es gibt andere Möglichkeiten, Lebensqualität und Partnerschaft zu retten. "Grundsätzlich gibt es für jede Form der Impotenz eine Lösung", sagt Deutschlands erster Arzt für
Männergesundheit, Prof. Frank Sommer vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. "Die
Therapiemöglichkeiten reichen von einem einfachen Beckenbodentraining bis hin zum Schwellkörperimplantat."
Prof. Uwe Hartmann, Psychologe und Sexualtherapeut von der Medizinischen Hochschule Hannover: "Die häufigste Ursache für Impotenz sind Stress und Anspannung, verstärkt durch das vermeintliche Idealbild der männlichen Omnipotenz. Oft löst sich das Problem von alleine, wenn wir hier mit Sport und Entspannungsübungen ansetzen."
Ein Film über die Hintergründe des gesellschaftlichen Tabus Impotenz, das mit Wunderpillen nur kosmetisch behandelt werden kann. Er schildert den Teufelskreis, in dem sich Betroffene befinden und zeigt die Lösungsansätze von Fachärzten und Psychologen.
Film von Alexander Czogalla

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 22.06.2016 um 10:15 Uhr auf EinsPlus.