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Das dunkle Geheimnis der Neandertaler

Dokumentation Österreich 2012 - Thema: Archäologie
Samstag, 18.06.2016 14:45 Uhr
arte
Samstag
18.06.2016
14:45 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Die zufällig in einer abgelegenen Bergregion in Nordspanien entdeckten urgeschichtlichen Funde könnten neue Erkenntnisse über die Zivilisation der Neandertaler liefern. Seit mehr als zehn Jahren erforschen der Paläontologe Antonio Rosas und der Archäologe Marco de la Rasilla das Höhlensystem von El Sidrón. Dabei stießen sie auf die Gebeine von zwölf Menschen und auf die Fragmente von etwa 400 Steinwerkzeugen.
Vieles deutet darauf hin, dass die entdeckten Neandertaler - sechs Erwachsene, drei Jugendliche, zwei Kinder und ein Säugling - keines natürlichen Todes gestorben sind. Gebrochene Knochen und eingeschlagene Schädel legen Kannibalismus nahe. Dessen Ursache könnten rituelle Tötungen oder eine Hungersnot gewesen sein. Die beiden Forscher Rosas und de la Rasilla sind davon überzeugt, dass die Neandertaler keine blutrünstigen Barbaren waren. Doch was geschah hier vor 49.000 Jahren?
An den Ermittlungen, die auch zu anderen Grabungsstätten in Spanien führten, darunter zu einem unterseeischen Fundort vor Gibraltar, nahmen auch der Evolutionsbiologe Clive Finlayson und der Genetiker Carles Lalueza Fox vom Institut für Evolutionsbiologie in Barcelona teil. Fox erforscht dort das Genom des Neandertalers und konnte mittels DNA-Analyse nachweisen, dass es sich bei der Gruppe aus El Sidrón um Mitglieder ein und derselben Familie handelt. Lassen sich aus dieser Erkenntnis weitere Rückschlüsse auf das Leben der Neandertaler und auf die Gründe ihres Aussterbens ziehen?

* Thema: Archäologie

Archäologen suchen nach den Spuren untergegangener Zivilisationen und Kulturen, um Lebensweise und Strukturen früherer Gesellschaften besser zu verstehen. Ihre Entdeckungen können spektakulär oder auch bescheiden sein. Doch immer liefern Ausgrabungsstätten Erkenntnisse über die Menschen, die einst dort lebten. Am Samstag, den 18. Juni, lädt ARTE zu einer archäologischen Zeitreise ein und begibt sich mit einem internationalen Forscherteam an verschiedene Grabungsorte.
In der vergessenen Maya-Stadt Naachtun im Urwald von Guatemala wird die Schrift der Maya entschlüsselt, die noch bis vor kurzem ein Rätsel war. Eine weitere Etappe sind die Hängenden Gärten von Babylon, das einzige von sieben Weltwundern der Antike, für das noch kein archäologischer Nachweis gefunden wurde. Dank der außergewöhnlichen Funde der britischen Wissenschaftlerin Stephanie Dalley kann nun erstmals genau bestimmt werden, an welchem Ort sich die legendären Gärten befanden, wie sie aussahen und wie sie erbaut wurden.
Auch ein niederländisches Schiffswrack aus dem 17. Jahrhundert, das in der Ostsee auf Grund lief, gibt Rätsel auf. In Spanien untersuchen Paläontologen an einer prähistorischen Fundstätte die Familienstruktur der Neandertaler. Andere Forscher erläutern, wie die Pharaonen die militärische Vorherrschaft über die Welt der Antike erlangten.
In Peru wird das plötzliche Verschwinden der einst mächtigen Moche-Kultur untersucht. Und es kommt zur Enthüllung neuer Erkenntnisse über den Untergang der Ureinwohner der Osterinsel: Möglicherweise stimmt die oft vertretene These des selbst verursachten Ökozids nicht, und es waren weiße Siedler, die den Inselbewohnern ein Ende bereiteten.

Regie: Ruth Berry\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 18.06.2016 um 14:45 Uhr auf arte.