ESC zum Schließen · Enter zum Suchen

ARTE Reportage

Reportage Frankreich 2016
Samstag, 28.05.2016 17:05 Uhr
arte
Samstag
28.05.2016
17:05 Uhr
Teilen:
Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild


* Burundi: Wieder Hutu gegen Tutsi:

Vor einem Jahr stellte sich Pierre Nkurunziza ein drittes Mal zur Wahl als Präsident, obwohl die Verfassung Burundis das verbietet. Als daraufhin das Militär gegen ihn putschte, schaffte es Nkurunziza vor allem mit Hilfe der Jugend seines Landes, die Putschisten zu vertreiben und sich ein drittes Mal in sein Amt wählen zu lassen. Nun aber regiert er mit harter Hand und unversöhnlich gegenüber seinen politischen Gegnern. Seine schwer bewaffneten Schergen üben Druck aus, hunderte Menschen starben bereits in den Kämpfen. Der Präsident ist Hutu, in vielen Reden beschuldigt er nun die Tutsis als die wahren Gegner von Wohlstand und Fortschritt in seinem Land. Vor einem Jahr waren die ARTE-Reporter Pierre Creisson und Charles Emptaz in Burundi, als das Militär putsche. Nun sind Charles Emptaz und Olivier Jobard dorthin zurückgekehrt, um über die neue Lage zu berichten. Sie fuhren auch ins Nachbarland Ruanda, um die dorthin geflohenen Oppositionellen, Rebellen und Journalisten zu interviewen. Im Machtkampf bleibt die Wahrheit als erstes auf der Strecke, die Lunte brennt schon wieder zwischen Hutus und Tutsis.

* Frankreich: Nicht Mädchen, nicht Junge:

Weder Mädchen noch Junge, etwas von beidem oder irgendwo dazwischen – ein intersexueller Mensch steht genetisch und/oder körperlich und hormonell zwischen beiden Geschlechtern. Bei der Geburt ist das häufig ein schwerer Schock für die Eltern; vielen fällt es schwer, darauf zu warten und zu vertrauen, dass ihr Kind später einmal selber entscheiden wird, ob es sich männlich, weiblich oder dazwischen fühlt. Juristisch gibt es ein „Zwischen-den-Geschlechtern“ in Frankreich nicht. Dort werden auch deshalb jedes Jahr 2.000 intersexuell geborene Kinder chirurgisch „korrigiert“, das heißt zum Jungen oder Mädchen „beschnitten“ – das ist dann irreversibel, ein Leben lang. Vincent Guillot ist intersexuell, seine Eltern entschieden, Vincent solle ein Junge sein. Heute als Erwachsener ist er damit nicht einverstanden, er fühlt sich seelisch zwischen den Geschlechtern, doch körperlich ist er zum Jungen operiert worden. Vincent kämpft für die juristische Anerkennung der Intersexuellen in Frankreich und gegen die Korrektur seiner Natur durch die Ärzte – er fühlt sich als ein Opfer staatlich verordneter Folter.
Aktuelle europäische und internationale politische Themen und Herausforderungen, ergänzt durch historische Erläuterungen und geopolitische Analysen. ARTE Reportage berichtet über die Fakten und die menschlichen Verhältnisse, die sich hinter diesen Fakten verbergen. Durch die Sendung führen abwechselnd Andrea Fies und William Irigoyen, jeden Samstag.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 28.05.2016 um 17:05 Uhr auf arte.