Seit über 50 Jahren ist Joaquim Mohebe bei der angolanischen Benguela-Bahn als Inspektor angestellt. Mit Haut und Haaren hat er sich der alten Eisenbahnlinie verschrieben. Doch seit in den 80er Jahren alle Lokomotiven in den Kämpfen des Bürgerkrieges verbrannt sind, ist der Bahnbetrieb unterbrochen. Verfallene Züge und Waggons, ein völlig heruntergekommenes Schienennetz und permanenter Mangel an Ersatzteilen bestimmen die Lage. Doch das soll endlich der Vergangenheit angehören. Der einst größte Arbeitgeber und das wichtigste Transportmittel im Hochland von Huambo wird wieder zum Leben erweckt.
Seit Anfang des 20. Jahrhunderts führt die Bahnlinie von der Atlantikküste 1.300 Kilometer bis zur Grenze der Demokratischen Republik Kongo. Von dort gab es Zugverbindungen bis an die Küste des Indischen Ozeans - nach Daressalam in Tansania.
Angolas Hochland gehört zu den fruchtbarsten Regionen Afrikas. Doch während des Bürgerkriegs wurden die Bauern vertrieben und ihre Dörfer verwüstet. Die Menschen litten unter einer verheerenden Hungersnot. Bis heute müssen zwischen 60 und 70 Prozent der benötigten Lebensmittel aus dem Ausland nach Angola importiert werden. Auch dafür ist eine funktionierende Bahn von Bedeutung.
Bei der Benguela-Bahn zu arbeiten, ist Joaquim Mohebes ganzer Stolz. Sein großer Wunsch ist es, dass die Bahn eines Tages wieder auf der ganzen Strecke rollen kann. "360° Geo Reportage" begleitet den Zug auf seinem Weg in eine bessere Zukunft.
"360° Geo Reportage" hat den Mechaniker Joaquim Mohebe und seine instand gesetzte Dampflok auf ihrem Weg durch Angola begleitet.
Regie: Adama Ulrich\nProduzent: ARTE\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 05.05.2016 um 11:30 Uhr auf arte.