Die Umweltaktivistin Elsa Zaldivar hat eine große Vision. Die Gurkenpflanze Luffa soll helfen, in Paraguay die Armut zu bekämpfen. 1995 gründete Elsa Zaldivar eine Kooperative, in der mittellose Frauen durch Luffa die Chance auf ein Einkommen erhalten. Die Frauen fertigen alles in Eigenregie, vom Anbau der Pflanze bis zur Herstellung von Luffa-Badeschwämmen. Sie erzielen damit Einkünfte, die doppelt so hoch sind wie der gesetzliche Mindestlohn in Paraguay.
Jetzt träumt Elsa Zaldivar davon, dass Menschen mit Luffa ein preiswertes Dach über dem Kopf bekommen. Seit Jahren werden selbst einfache Holzhäuser in Paraguay immer teurer. Da die Wälder des südamerikanischen Landes in weiten Teilen abgeholzt sind, ist Holz als Baumaterial zum Luxusgut geworden. Viele Menschen leben als Müllsammler und zimmern sich aus Resten notdürftige Behausungen in den Slums der Hauptstadt Asunción. Die Idee der Luffa-Kooperative ist es nun, die Reste der Luffa-Schwämme mit recyceltem Plastikmüll zu einem stabilen Baumaterial für Häuserwände zu verbinden.
Als erster Testbau ist ein Wohnhaus für Antonio Benitez, den Schwiegersohn einer der Luffa-Frauen, geplant. Dazu werden zuerst die Pflanzenreste maschinell mit dem Kunststoffmüll verbunden, um die Bauplatten für die Häuserwände herzustellen. Die Platten sollen dann mit einer ganz speziellen - ebenfalls natürlichen - Masse abgedichtet werden. "360° Geo Reportage" begleitet den Weg der Frauen zum ersten Luffa-Haus. Wird das Unternehmen gelingen? Und wie realistisch ist die Vision, Paraguays Wohnungsnot mit einer Gurkenpflanze zu bekämpfen?
Reportage Frankreich / Deutschland 2009
"360° Geo Reportage" präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.
Regie: Stefan Richts\nProduzent: ARTE\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 02.05.2016 um 11:30 Uhr auf arte.