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Der Sambesi

Von der Quelle zum donnernden Fluss
Samstag, 30.04.2016 20:15 Uhr
HR
Samstag
30.04.2016
20:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Wenn im November am Flussoberlauf heftige Regenfälle niedergehen, schwillt der Strom gewaltig an. Dann machen sich riesige Gnu-Herden auf, um in den Schwemmgebieten an den Ufern des Sambesi ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen. Für die ansässigen Hyänenclans beginnt nun eine Zeit des Überflusses. Während der Regenzeit nimmt der Sambesi eine völlig neue Gestalt an. An manchen Stellen erreicht der Fluss jetzt eine Breite von mehr als 25 Kilometer.
Das Wasser ergreift auch von den Dörfern der Lozi Besitz. Wenn es an der Zeit ist, die Dörfer zu verlassen, feiern sie das Kuomboka-Fest, das jährlich stattfindende Verabschiedungsritual. Etwas weiter flussabwärts vereinigt sich der Sambesi mit dem Fluss Chobe. Bis zu 120.000 Elefanten kommen hier zusammen.
Weiter Richtung Osten verlässt der Sambesi das flache, offene Land und erreicht eine Landschaft, die vor Jahrmillionen von Vulkanausbrüchen zernarbt wurde. Der mächtige Fluss verwandelt sich in ein aufgewühltes Wildwasser, das sich über die Viktoriafälle mehr als hundert Meter in die Tiefe stürzt. – Hier erreicht das „Temperament“ des Flusses seinen Höhepunkt. Jeweils im April schießen 550 Millionen Kubikmeter Wasser in der Minute über den Felsabriss der Viktoriafälle. 1959 wurde die Kariba-Talsperre unterhalb der Viktoriafälle fertiggestellt. Durch den Rückstau ist eine riesige Seenlandschaft entstanden. Der Kariba-Stausee ist mit einer Länge von 220 Kilometern der zweitgrößte künstliche See der Welt. Vor dem Bau der Kariba-Talsperre wurden die Ebenen unterhalb des großen Damms, die Mana Pools, Jahr für Jahr vom Hochwasser überschwemmt.
Heute werden Zeitpunkt und Umfang der Überflutungen von Menschenhand gesteuert, nur vier Becken des Sambesi führen immer Wasser. Diese Wasserstellen sind ein Treffpunkt für viele Tiere, darunter die seltensten Raubtiere des Schwarzen Kontinents: Afrikanische Wildhunde. Auf seinem letzten Teil der Reise, in Mosambik, nimmt der Sambesi Kurs Richtung Südost. Bevor er auf den Indischen Ozean trifft, verästelt sich der Fluss in ein riesiges Delta aus Mangrovensümpfen mit großen und kleinen Kanälen. Der Bullenhai ist als eines von ganz wenigen Tieren in der Lage, zwischen den Welten aus Salz- und Süßwasser zu pendeln. Vor dem Bau des Kariba-Damms wanderten einige Exemplare von ihnen bis 1.000 Kilometer den Fluss Sambesi hinauf.
Ein Film von von Michael Schlamberger

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 30.04.2016 um 20:15 Uhr auf HR.