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Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Valparaiso, Chile - Eine Stadt wie ein Regenbogen
Freitag, 22.04.2016 07:35 Uhr
SR
Freitag
22.04.2016
07:35 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

"Du bist ein Regenbogen vielfältiger Farben, Valparaiso, du großer Hafen ..." diesen Vers widmete der Dichter Pablo Neruda seiner Heimatstadt.
Ja, es sind die Farben, die zuerst ins Auge fallen, wenn man vom Pazifik in den Hafen des Welterbes einläuft, die Altstadt von Valparaiso. Die Farben der Häuser, hemmungslos leuchtend. Meist kleine Häuser. Sie scheinen die 27 Hügel, welche die weite Bucht begrenzen, hinauf zu wachsen. Häuser, die sich oft nur mit dem kleinen Finger am äußersten Rand festzukrallen, sich manchmal auch über den Abgrund hinauslehnen. Und natürlich sind nicht alle leuchtend, doch zum Regenbogen gehören hier auch die abblätternden und rostigen Farbtöne. Die Liebe der Einwohner zu ihrer Stadt, die sie in Liedern leidenschaftlich besingen, lässt diese schön erscheinen. Valparaiso ist es unter strengem kunstgeschichtlichen Blick nur beschränkt. So gibt es kaum ein architektonisch herausragendes, altes Gebäude. Vor einhundert Jahren verwüstete ein schreckliches Erdbeben das 'Paradies Tal', zerstörte die Stadt.
Paradies Tal, so hatten die Spanier die von Indianern bewohnte Bucht an der Pazifikküste genannt, die sie 1536 entdeckten und in Besitz nahmen. Sie bauten eine Kirche auf dem schmalen Uferstreifen, das Kreuz wurde zum Siegeszeichen. Um die Iglesia La Matriz wuchs die Altstadt, die heute Welterbe ist - Welterbe mit Erblasten. Atemberaubend steil sind hier die Sträßchen, die sich hinter der alten Kirche, die jetzt natürlich nicht mehr wirklich alt ist, auftürmen. Endlos scheinen die Treppen zu steigen und zu fallen. Man braucht als Bewohner der Cerros, der Hügel, einen langen Atem, und auch, wenn man als Besucher die Aussicht genießen will. Neruda hat den Aufstieg zu poetischer Prosa komprimiert: "Wie viele Treppen, wie viele Stufen, wie viele Füße auf den Stufen, wie viele Jahrhunderte von Schritten, treppauf, treppab ..." "Treppenstufen" sind dichterisch natürlich ergiebig, doch die Einheimischen bevorzugen, wenn es geht, den Fortschritt: Aufzüge, Ascensores. Sie sind seit Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden.
Ein Film von Christian Romanowski.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 22.04.2016 um 07:35 Uhr auf SR.