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ARTE Reportage

Tschernobyl: 30 Jahre später / Frankreich: Die Menschen-Schmuggler
Samstag, 23.04.2016 17:05 Uhr
arte
Samstag
23.04.2016
17:05 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild


* Tschernobyl: 30 Jahre später

Noch immer ist die Narbe nicht verheilt: So groß wie Luxemburg ist die verbotene Zone um den Reaktor nach der Katastrophe.
3.600 Quadratkilometer der Ukraine sind 30 Jahre nach der größten Atomkatastrophe aller Zeiten noch immer verstrahlt – und doch hat die Natur sich dort nicht unterkriegen lassen. Die Bäume wachsen und brechen durch die Häuser, das Wild streift durch die neuen Wälder und Wiesen. Sogar Menschen sind zurückgekommen, vor allem die, die den toten Reaktor unter der Betonhülle irgendwann abbauen sollen. Mit Dosimetern bewaffnet und genau kalkulierten Arbeitszeiten, um sich den radioaktiven Strahlen bloß nicht zu lange auszusetzen. 80.000 Menschen starben in den letzten 30 Jahren an den Folgen des GAUs in Tschernobyl.
An diesem Ort aber leben trotz alledem auch Menschen, die alle diese Gefahren ignorieren: Inzwischen im Alter von Großmüttern, sind sie zurückgekommen in ihre alten Häuschen, bestellen ihre Gärten, füttern ihre Hühner und sorgen sich nicht um die radioaktive Belastung der Früchte ihrer Arbeit. Diese Welt zeigt uns Igor, Videofilmer und Rocker. Seinen Lieblingsonkel hat er damals durch den Super-GAU verloren, und heute arbeitet er mit am künftigen Abbau des Reaktors. Wissenschaftler schätzen übrigens, dass der noch mindestens 24.000 Jahre strahlen wird.

* Frankreich: Die Menschen-Schmuggler

Jeden Tag versuchen hunderte Migranten, von Calais aus den Kanal nach England zu überqueren, versteckt im Zug, im Lastwagen oder im Kofferraum.
Das Gesetz von Angebot und Nachfrage gilt auch hier, deshalb hat sich ein schwarzer Markt etabliert, fest in den Händen der Mafia, für die Frauen und Männer, die Frankreich illegal verlassen wollen: Diese professionellen Menschenschmuggler werben ohne jeden Skrupel unwissende Amateure an, um ihre „Kunden“ über die Grenze zu bringen. Die Angesprochenen sind Touristen, Studenten, Arbeitslose, Familien-Väter oder –Mütter, alle bereit, ein paar tausend Euro zu verdienen für eine vermeintlich gute Tat ohne großes Risiko erwischt zu werden. Sie wissen nicht, dass Menschenschmuggel ein Verbrechen ist, je nach Schwere der Schuld droht mindestens eine hohe Geldstrafe oder bis zu fünf Jahre Gefängnis. Und immer mehr werden dabei erwischt. Alleine 2015 haben die Richter von Boulogne-sur-Mer über 300 „Menschenschmuggler“ verurteilt – zweimal mehr als noch zwei Jahre zuvor.
Aktuelle europäische und internationale politische Themen und Herausforderungen, ergänzt durch historische Erläuterungen und geopolitische Analysen. ARTE Reportage berichtet über die Fakten und die menschlichen Verhältnisse, die sich hinter diesen Fakten verbergen. Durch die Sendung führen abwechselnd Andrea Fies und William Irigoyen, jeden Samstag.

Produzent: ARTE\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 23.04.2016 um 17:05 Uhr auf arte.