* Belgien: Der Einfluss Saudi-Arabiens
Wie kommt es, dass Saudi-Arabien einen so großen Einfluss auf den Islam in Belgien hat? Ausgerechnet ein Land, das eine besonders strenge Auslegung des Islam, den Wahhabismus, vertritt. Die belgische Regierung lässt die Fundamentalisten gewähren, zeigt anscheinend wenig Interesse, die Finanzierung insbesondere der großen Moschee von Brüssel zu kontrollieren, so wie es das Gesetz vorschreibt. Ein belgischer Reporter hat unangenehme Fragen gestellt. Seine Dokumentation wurde eine Woche vor den Anschlägen im belgischen Fernsehen gezeigt. Das Europamagazin hat mit ihm über seine Recherchen gesprochen.
* Irak: Kopfgeld für IS-Kämpfer
Im Irak macht eine vom Iran unterstützte Schiitenmiliz Jagd auf Kämpfer der Terrormiliz IS. Um die Milizionäre zu besonderem Ehrgeiz anzuregen, greift die Miliz auf einen der ältesten Anreize der Welt zurück: Geld. Für jeden lebend festgenommenen IS-Kämpfer werden mehrere Tausend Dollar bezahlt. Die Festgenommenen werden dann den irakischen Sicherheitskräften zugeführt. Man könnte es auch staatlich legitimiertes Kidnapping nennen – aber es ist ja im Dienste einer guten Sache. Unser Korrespondent hat bei dieser Miliz drehen können.
* Russland: Verarmung auf dem Land
Russland vor dem wirtschaftlichen Absturz: marode Industrie, Sanktionen, fallende Energie- und Rohstoffpreise - alles kommt jetzt zusammen. Das Budget wird drastisch zusammengestrichen, vor allem in der russischen Provinz fehlen die Millionen aus Moskau und machen den Menschen das Leben schwer. Udo Lielischkies geht diesen Problemen in Karelien nach: Wo früher die Forstwirtschaft für Jobs und Steuereinnahmen sorgte, wird jetzt nur noch massiv gerodet und schnell ins nahe Finnland verkauft. Betriebe stehen leer, alles verfällt, Investoren werden ausgebremst. Die Menschen leben in abbruchreifen Häusern, ohne Heizung und unter erbärmlichen Umständen: Fenster fehlen, die Dächer sind kaputt. Das bereit gestellte Geld zur Instandsetzung kommt nicht zum Einsatz, Straßen sind in schlechtem Zustand, sodass Krankenwagen nicht durchkommen und Menschen deshalb sterben.
* Südkorea: Zunehmende Polizeigewalt
Herr Baek Nam-ki war in die Hauptstadt Seoul gereist, um friedlich zu demonstrieren gegen die Regierung, gegen zu hohe Reispreise. Seitdem liegt er im Koma: Einer der wohl 19 Wasserwerfer der Polizei hatte ihn so schwer getroffen, dass er zu Boden fiel und bewusstlos wurde. Von einem demokratischen Land könnte man annehmen, dass solche Vorfälle geklärt werden, angefangen von einer Entschuldigung bis hin zu einer Strafverfolgung. Aber Südkorea, das sich einst das deutsche Grundgesetz als Vorbild nahm, scheint von den Grundsätzen der Demokratie abzudriften: Völlig unverhältnismäßige Polizeigewalt, Einschränkung der Versammlungsfreiheit sind die Folge und auch um die Pressefreiheit steht es schlecht.
* USA: Die Bleikatastrophe von Flint
Seit dem Rückzug der Autoindustrie in den 80er-Jahren ist Flint wirtschaftlich schwer angeschlagen. Fast die Hälfte der 100.000 Einwohner lebt in Armut. Gouverneur Snyder berief einen Notfallmanager, der den Stadthaushalt sanieren sollte und 2014 entschied, das Trinkwasser nicht mehr aus Detroit zu beziehen, sondern billiger aus dem örtlichen Fluss. Doch aus noch immer nicht ganz geklärten Gründen, wurde dabei kein Korrosionsschutz beigemischt - nicht nur unüblich, sondern gefährlich. Viele veraltete Wasserrohre aus Blei fingen an zu rosten und sich zu zersetzen. Hohe Bleimengen lösten sich täglich in das Trinkwasser. Bereits nach wenigen Wochen beschwerten sich besorgte Anwohner, irgendwas stimme mit dem Wasser nicht. Doch es dauerte mehr als ein Jahr, bis die Behörden reagierten. Seit Januar herrscht der Notstand: Die Nationalgarde ist im Einsatz, um kostenlos Filter und Wasser an die Bevölkerung zu verteilen. Bürgerinitiativen und Freiwillige packen täglich mit an: So sieht sichere Trinkwasserversorgung mitten in den USA aus.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 17.04.2016 um 08:00 Uhr auf EinsPlus.