Im ländlichen Oberfranken ist es 1950 noch eine Schande, wie Liz als uneheliches Kind zur Welt zu kommen. In der Schule entdeckt ihre Lehrerin Liz' außergewöhnliches Rhythmusgefühl. Die Außenseiterin darf als Schlagzeugschülerin ans Konservatorium. Am Schlagzeug und besonders an der Marimba kann Liz schließlich ihre tiefe Wut austoben und ihre Kraft sinnvoll einsetzen.
Kinder liegen Liz Amandi sehr am Herzen. Sie ist bestrebt, ihren Schülern in Marimba-Workshops und im Schlagzeugunterricht etwas von der Selbstsicherheit und dem Lebensmut zu vermitteln, den sie sich selbst erst mühsam erkämpfen musste.
Mit gerade mal 19 Jahren bringt ihre Mutter sie zur Welt. In dem kleinen Ort bei Bamberg ist ein "Bankert", wie man uneheliche Kinder nennt, noch eine unerträgliche Schande. Den Namen des Vaters verschweigt die Mutter eisern. Auf Drängen der Oma kommt Liz als Baby in ein Heim, für sechs lange Jahre. Schließlich zieht die Familie nach Würzburg und holt das Mädchen endlich zu sich. In der Schule wird Liz zur Außenseiterin, weil sie keinen Vater vorzuweisen hat. Eine Lehrerin entdeckt jedoch ihre rhythmische Begabung. Sie ermöglicht ihr, an der Würzburger Musikhochschule Unterricht zu nehmen - im Fach "Schlagzeug". Für ein Aufbaustudium darf sie sogar auf das Richard-Strauß-Konservatorium in München. In München betritt Liz eine ganz andere Welt, sie fühlt sich frei von den Fesseln ihrer Familie. "Ohne Rücksicht auf Verluste" stürzt sich Liz ins Nachtleben, um die Männer kennenzulernen, und vielleicht auch den Einen "fürs Leben".
Dokumentarfilm von Carla Kilian
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 05.04.2016 um 02:15 Uhr auf BR.