* Irak: Im Krieg gegen den IS
Im Irak kämpft neben der regulären Armee ein Heer von 120.000 Freiwilligen gegen den Islamischen Staat – Sunniten, Schiiten und Christen …
Sie alle folgten dem Aufruf des Ajatollahs Aili Sistani, der höchsten religiösen Autorität im Land, den Islamischen Staat im Irak zu besiegen. So entstand eine freiwillige Armee unter dem Namen der sogenannten „Volksmobilmachung“. Sie unterstützt die reguläre Armee, deren Kampfkraft in der letzten Zeit häufig bezweifelt wurde, gegen den Islamischen Staat, dessen Kämpfer durch die quasi-religiöse Gehirnwäsche durch ihre Anführer den Tod in der Schlacht geradezu herausfordern. Mit Hilfe der US-Armee und der Koalition der 22 Länder gelang es der irakischen Armee und den Freiwilligen inzwischen, die Städte Ramadi, Anbar und Tikrit zu befreien – nächste Ziele sind Falludscha und dann Mossul, letztere ist die zweitgrößte Stadt des Irak in den Händen der Islamisten.
Die ARTE Reporter fuhren „embedded“ mit den Soldaten und den Freiwilligen an die Front. Sie zeigen in ihrer Reportage das Video eines getöteten Kämpfer des IS über den Alltag seiner Kameraden: vor allem Beten und Vorbereitung auf die letzte Schlacht. Im geheimen Gefängnis des Innenministeriums trafen die Reporter die islamistischen Kriegsgefangenen, darunter ein sunnitisches Oberhaupt, das sich auf die Seite des Terrors geschlagen hatte – dies sind die weltweit ersten Bilder und Interviews eines westlichen Kamerateams aus diesem Gefängnis mit 500 Gefangenen.
* Taiwan: Mehr Demokratie wagen
Die jungen Taiwanesen haben die alte Regierungspartei Kuomintag abgewählt – sie kämpfen für mehr Demokratie im Land …
Der Sieg der Demokratischen Fortschrittspartei war ein Schock für die seit 1949 alleinherrschende Kuomintang-Partei – sie hatte die Proteste der sogenannten „Sonnenblumen-Bewegung“ vor gut zwei Jahren wohl nicht ernst genug genommen. Die wandten sich gegen die von der Kuomintang geförderte Öffnung in Richtung China, vor allem wegen der befürchteten Konsequenzen für die Wirtschaft und die Menschenrechte in Taiwan. Diese Proteste waren eine Art politischer Weckruf für viele jungen Taiwanesen, die viele bis dahin für „vollkommen unpolitisch“ gehalten hatten. Nun stellt die Demokratische Fortschrittspartei nicht nur die neue Präsidentin Tsai Ing-Wen, sie erreichte auch noch die absolute Mehrheit im Parlament.
Mit diesen Wahlen zieht eine neue Generation ins Parlament ein – vor allem keine Berufspolitiker: Leute aus Bürgerinitiativen, Aktivisten der Studentenbewegung, Programmierer – eben junge Menschen aus dem richtigen Leben. Und das in einem Land, das bis dahin sehr konservativ regiert wurde, von Politikern aus den immer gleichen Kreisen. Die ARTE-Reporter stellen unter anderem den Abgeordneten Freddy Lim von der kleinen New Power Party vor, gegründet erst im Januar 2015 und schon ein Jahr später mit fünf Sitzen ins Parlament gewählt: Freddy Lim ist der Sänger der Black-Metal-Gruppe Chthonic – er hat sich vorgenommen, die Stimme der Jugend im Parlament zu Gehör zu bringen.
Die Themen der einzelnen Beiträge werden später im Online-Pressedienst "ARTE Presse" angekündigt.
Produzent: ARTE\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 04.04.2016 um 06:45 Uhr auf arte.