Ostern in der russischen Provinz, in Suchonogowo, etwa 350 Kilometer nördlich von Moskau. Wie überall im heutigen Russland ist auch hier die Kirche wieder voll, werden alte Osterbräuche wieder öffentlich zelebriert.
Nach der langen, entbehrungsreichen Fastenzeit, die von vielen Gläubigen der russisch-orthodoxen Kirche streng befolgt wird, biegen sich die Tische unter den zahlreichen Speisen, die für dieses wichtige Kirchenfest zubereitet werden. Mag der Alltag im ländlichen Russland nach dem Ende der Sowjetherrschaft auch noch so schwierig sein, am Fest der Auferstehung Christi soll es auch auf Erden an nichts mangeln. Noch in der Karwoche wird gekocht und gebacken, so dass alles rechtzeitig fertig wird. Und das heißt auch, dass Vater Andrej am Ostersamstag in seiner Kirche alle Speisen segnen kann.
Die rosafarbene Backsteinkirche von Suchonogowo ist noch nicht sehr alt, sie wurde erst vor wenigen Jahren errichtet. In der Nacht zu Ostersonntag werden die Gläubigen nach der langen Auferstehungsmesse in dem kerzenerleuchteten Gotteshaus sieben Mal die Kirche umrunden. Dann erst ist das Fastengebot aufgehoben, werden Pascha und Kulitsch aufgetragen. Pascha ist eine pyramidenförmige Süßspeise aus Quark, deren Name von dem russischen Wort für Ostern, Pascha, kommt. Sie wird mit Nüssen und kandierten Früchten verziert. Kulitsch ist dagegen ein sehr reichhaltiger Hefekuchen, dessen Haubenform den Berg Golgatha symbolisiert.
"Zu Tisch in ..." reist in die Regionen Europas und schaut bei der Zubereitung traditioneller Gerichte zu. Die Küchenkultur europäischer Landschaften offenbart ihren Reichtum und weckt Verständnis für eine vielleicht fremde Lebensart.
Regie: Martina Dase\nProduzent: ZDF\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 26.03.2016 um 17:40 Uhr auf arte.