Eins-zwei-drei-meins! Ein Slogan, den ebenso gut Heinrich Häge hätte erfinden können. Der Haßlocher gründete vor 40 Jahren HENRY's, Deutschlands größtes Auktionshaus, heute fährt er Rolls Royce. Sein "Kunst-Tempel" steht mitten im Gewerbegebiet von Mutterstadt. Auf 10.000 Quadratmetern Teppiche, Mode und Möbel, Uhren und Münzen. Alles kann ersteigert werden - jede Auktion buchstäblich ein Hammer.
Anfang 70 ist Heinrich Häge heute - ein Grandseigneur und Patriarch mit enormer Power. Er hat sich nie beirren lassen und seine Vision wahr gemacht. Häge stammt aus einer Metzgersfamilie, aus eher bescheidenen Verhältnissen. Als junger Mann reiste er nach London und träumte fortan von Sotheby's in der pfälzischen Provinz.
HENRY's ist bis heute ein Familienbetrieb. Ehefrau Heidrun, die gute Seele, kennt sich besonders gut aus mit Schmuck und edlen Klunkern. Der gemeinsame Sohn Ralf ist Geschäftsführer sowie ausgewiesener Fälschungsexperte für Uhren. Auch der 26-jährige Enkel Nico ist voll in den Betrieb integriert. Seine Leidenschaft gilt Oldtimern und Edelsteinen; er hat gerade eine Ausbildung als Gemmologe in Idar-Oberstein absolviert.
Käufer wie Verkäufer kommen aus der ganzen Bundesrepublik zu HENRY's. So manch betuchter Kunde räumt gleich seinen gesamten Speicher, um ihn in Mutterstadt zu versilbern. Alle Exponate bei HENRY's stammen aus Privathand, aus Insolvenzen und Nachlässen. "Werterecycling" nennt der Senior das. Schließlich könne keiner was mitnehmen, wenn er das Zeitliche segne. Warum also nicht einem neuen Besitzer damit Freude machen.
Immer mehr Menschen plündern ihr Bankkonto und investieren lieber in wertsteigernde Objekte. "Schöner anlegen" nennt es Häge und grinst verschmitzt.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 15.03.2016 um 07:50 Uhr auf SR.