Kein Rotkehlchen guckt nach links, kein Sonnenuntergang hinter malerischen Getreidefeldern und kein Flusslauf taucht im Morgennebel auf. Timo Großpietsch fokussiert seinen filmisch dokumentarischen Blick auf den ländlichen Raum, so wie er heute benutzt wird. Eine ertragsoptimierte Fläche, auf der immer weniger Menschen zur Aussaat oder zur Ernte gebraucht werden.
Die ländliche Welt fern der Romantik
Landromantik gibt es als Echoraum am Bahnhofskiosk oder konkret in liebevoll gepflegten Gärten. Selbst die Schützenfeste, einst ersehnter, dörflicher Jahreshöhepunkt mit Kinderscharen am Rand der Dorfstraße, wirken mangels Masse verloren. All das erzählt dieser Film mit sehr intensiven Bildern.
Pflanzenzucht etwa, findet in endlos wirkenden Gewächshallen statt, in denen Tausende Setzlinge von Robotern positioniert und beregnet werden. Maschinen wenden Puteneier in riesigen Brutkästen auf die Sekunde genau. Die Waren liefern computergesteuerte Transportfahrzeuge an. Wo Menschen noch gebraucht werden, steuern sie Maschinen oder arbeiten im Takt, den diese vorgeben.
Außergewöhnlicher Soundtrack von Vladyslav Sendecki
Für diese filmische Dekonstruktion hat der Jazzpianist, Vladyslav Sendecki, einen soghaften Soundtrack komponiert und eingespielt. Die Filmmusik und ein fokussierter Blick des Autoren führen das Publikum sicherlich auch an eine Schmerzgrenze, denn die Menschen als Konsumenten haben diese Welt erschaffen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 28.10.2026 um 00:00 Uhr auf radiobremen.