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Im Nachtzug von Ost nach West

Die Europa-Reportage
Sonntag, 18.10.2026 13:00 Uhr
WDR
Sonntag
18.10.2026
13:00 Uhr
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Seit einigen Jahren erlebt der Nachtzug eine leise Renaissance. Zwischen Ost und West entsteht ein Netz, geprägt von Idealismus, wirtschaftlichem Risiko und wachsendem Druck, klimaschonender zu reisen.
Michal Jaros (29), ein junger Steward aus Prag, schaute schon als Kind sehnsüchtig den Zügen hinterher. Inzwischen arbeitet er für das tschechische Bahn-Unternehmen ČD Night und fährt regelmäßig mit dem Nachtzug Canopus von Prag nach Zürich. ČD Night arbeitet in Kooperation mit der deutschen Bahn, die 2016 alle ihre Nachtzüge als unrentabel abgestoßen hat. Michal und seine Kollegen sind voll Idealismus in ihrem Glauben an die Zukunft der Nachtzüge. "Prag ist ein Knotenpunkt zwischen Ost und West", sagt er begeistert. "Unsere Züge verbinden Europa - das macht diesen Job so spannend." Gegen Abend erwacht der Bahnhof zum Leben: Nachtzüge rollen in alle Richtungen - nach Österreich, in die Ukraine, nach Polen und Richtung Norden nach Deutschland. Aber die unterschiedlichen nationale Regelungen und die Verspätungen durch die Baustellen der Deutschen Bahn machen ihnen sehr zu schaffen.
Europa brauche ein vereintes Netz an Nachtzugverbindungen und keinen Flickenteppich, meint Bernhard Knierim vom Bahn Netzwerk Back on Track. Er organisiert eine Pyjamademo in Berlin, bei der Menschen in Schlafanzügen mehr Schlafwagen und bezahlbare Nachtzugverbindungen fordern. Das Besondere an der Demo: sie findet auf 20 Bahnhöfen in ganz Europa gleichzeitig statt. Ein Symbol! Auch in Malmö, Paris, Stockholm oder Lissabon fordern Menschen, dass Reisemöglichkeiten auf der Schiene ausbaut werden.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 18.10.2026 um 13:00 Uhr auf WDR.

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