Wem gehört das Stadtbild? Ein Jahr nach einer Debatte, die die Nation bewegte Deutschland diskutiert wieder über Identität, Heimat und Zugehörigkeit. Ausgelöst durch die Debatte um Migration und das 'deutsche Stadtbild', angestoßen von Bundeskanzler Friedrich Merz, hat sich eine gesellschaftliche Frage in den Mittelpunkt geschoben, die weit über Kriminalität oder Asylpolitik hinausgeht: Wie verändert Zuwanderung das Land - und was bedeutet das emotional für die Menschen, die hier leben? Die Dokumentation "Tanz um Tabu" begibt sich auf eine Reise durch ein Deutschland im Wandel. Zwischen Bahnhofsvierteln, Schützenfesten, migrantisch geprägten Stadtteilen und Rheinromantik erkundet sie eine Nation zwischen Verlustgefühl, Fortschrittserzählung und der Suche nach einem neuen Wir. In Mönchengladbach scheint das klassische Bild der alten Bundesrepublik verblasst: Barber Shops statt Metzgereien, Shisha Bars statt Eckkneipen, Menschen mit internationaler Geschichte prägen längst das Straßenbild. Für manche ist das Ausdruck von Vielfalt und Realität eines modernen Einwanderungslandes. Für andere ein sichtbarer Verlust von Vertrautheit. Auch unter Menschen mit Migrationsgeschichte gehen die Meinungen auseinander. Ali, Betreiber eines Dönerstands, erzählt von harter Arbeit und dem Gefühl, dass Leistung heute weniger zählt als früher. Die Reise führt weiter in die ehemalige Bonner Republik - an den Rhein, nach Königswinter und zum Drachenfels. Dort treffen Vergangenheit und Gegenwart aufeinander: Rheinromantik, deutsche Geschichte und die Sehnsucht nach einer alten Bundesrepublik, die viele mit Ordnung, Wohlstand und kultureller Sicherheit verbinden. Gibt es eine neue 'Westalgie'? Und wie blickt die junge Generation auf diese nostalgische Rückschau? Darüber spricht unter anderem Johannes Volkmann, Enkel Helmut Kohls und Vertreter eines modernen Konservatismus. In Duisburg-Hochfeld wiederum zeigt sich eine andere Realität.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 18.10.2026 um 07:15 Uhr auf tagesschau24.