

Der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts wurde von Deutschen begangen. Im damaligen Deutsch-Südwestafrika - dem heutigen Namibia - hatten sich zwischen 1904 und 1908 die beiden Volksgruppen der Herero und der Nama gegen die deutschen Kolonialherren erhoben. Das Kaiserreich hatte Jahre zuvor eigene Kolonien verlangt und auch bekommen, Deutsch-Südwestafrika war eine von ihnen.
Das Gebiet war damals schon riesig, aber karg und trocken. Die Rinderherden der Herero und der Nama wanderten frei über das Land, auf der Suche nach Gras. Die Deutschen aber zogen willkürlich Grenzen ein, immer häufiger kam es zu gewaltsamen Konflikten. 1904 erhoben sich die Herero gegen die Besatzer, 1905 die Nama. Beide Aufstände wurden brutal niedergeschlagen, Vernichtungsbefehle wurden erlassen, Konzentrationslager eingerichtet.
2021 erst bezeichnete die Bundesregierung die Gräueltaten als das, was sie waren: ein Völkermord. Ein Versöhnungsabkommen wurde verhandelt, bis heute aber ist es nicht in Kraft. Die Opferverbände der Herero und der Nama sagen, sie seien nicht ausreichend eingebunden gewesen. 2025 sollte das Abkommen dann ratifiziert werden, aber wieder passierte nichts. Wann kommt endlich die Versöhnung?
In „mein ausland“ berichten ARD- und ZDF-Korrespondenten über ihre Eindrücke, Erlebnisse und Besonderheiten in „ihren“ Ländern und Regionen: Ob die langen Sandstrände von Marokko, das Lebensgefühl in Brooklyn oder der bedrohte Regenwald am Amazonas – „mein ausland“ zeigt die Vielfalt der Kontinente und Länder. Auch Krisenregionen werden besucht, die politische Situation beleuchtet, die Menschen in ihrem Alltag begleitet. Die 45-minütigen Reportagen werden exklusiv für phoenix produziert. Sie bieten tiefe Einblicke in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft anderer Länder und Kontinente und helfen, die politischen Ereignisse und Krisen in der Welt besser zu verstehen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 29.05.2026 um 01:30 Uhr auf Phoenix.