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Franz Müntefering, ehem. SPD-Vorsitzender, zu Gast bei Theo Koll
Sonntag, 08.02.2026 11:30 Uhr
Phoenix
Sonntag
08.02.2026
11:30 Uhr
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Bildquelle: phoenix
Bildquelle: phoenix

„Das Wort Ruhestand ist die größte Provokation für mich überhaupt,“ sagt der 86-Jährige mit Blick auf die aktuelle Rentendebatte und spricht sich für eine flexible Gestaltung des Renteneintrittsalters aus. Die Menschen müssten selbst entscheiden, wie lange sie arbeiten könnten, so Müntefering, der während seiner Zeit als Arbeitsminister 2007 durchgesetzt hatte, das Rentenalter schrittweise auf 67 anzuheben.

„Manche Menschen können mit 45 nicht mehr, manche können mit 80 nicht mehr. Deshalb ist das eigentliche Problem dieser Fixpunkt, wo dann der rote Knopf angeht und da steht dann: Rentner.“ Müntefering wirbt in diesem Zusammenhang für mehr Eigenverantwortung und aktives Mitwirken in der Gesellschaft – auch nach dem Ende des Arbeitslebens. Es gebe genug Möglichkeiten, sich zu engagieren. Das gelte auch für die junge Generation. Demokratie müsse aktiv mitgestaltet werden.

Seiner Partei empfiehlt der frühere Vorsitzende der SPD, sich zu modernisieren. Zu lange hätten die Sozialdemokraten an früheren Zeiten festgehalten. Man müsse aber auch bereit sein, die neuen Möglichkeiten des Lebens aufzunehmen, sich zu bewegen und zu verändern.

Das sei allerdings nicht nur eine Sache der Sozialdemokratie, sondern des ganzen Landes. Müntefering war 1966 in die SPD eingetreten und 1975 erstmals als Nachrücker in den Bundestag eingezogen. Von 2004 bis 2005 sowie von 2008 bis 2009 war er Bundesvorsitzender der SPD; von 2005 bis 2007 Vizekanzler und Bundesminister für Arbeit und Soziales im ersten Kabinett von Angela Merkel.

Angesichts der zahlreichen internationalen Krisen plädiert der Sozialdemokrat für ein selbstbewusstes, geeintes Europa, das seine demokratischen und sozialen Werte entschlossen verteidigt – auch mit Hilfe eines eigenen Atomschirms. Nationale Egoismen, so seine Warnung, schwächten den Kontinent in einer zunehmend unsicheren Weltordnung. Es sei wichtig, dass dieses Europa sich selbst erkenne und seine Rolle in der Welt wahrnehme. Er selbst, so Müntefering, sei stolz darauf Europäer zu sein.

"phoenix persönlich" steht für ein intensives Gespräch über Hintergründe, Lebensentwürfe und Erfahrungen mit Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft oder Politik. Gastgeber sind Eva Lindenau, Inga Kühn, Jörg Thadeusz und Theo Koll. Ganz auf die Person konzentriert, steht "phoenix persönlich" für ein intensives Gespräch über Hintergründe, Lebensentwürfe und Erfahrungen.

Textquelle: ARD Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 08.02.2026 um 11:30 Uhr auf Phoenix.