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artour

Das Kulturmagazin des MDR
Donnerstag, 04.12.2025 21:15 Uhr
MDR
Donnerstag
04.12.2025
21:15 Uhr
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* Sachsen hat eine Popbeauftragte – aber was ist ihr Job, und wird er gebraucht?
"Büro für Popkultur Musik Sachsen" - so heißt eine neue, vom Land geförderte Kultureinrichtung. Im Oktober dieses Jahres eröffnet, will es Anlaufstelle sein für Popkultur und Popularmusik in Sachsen. Ziel: Die Musikszene besser zu vernetzen, stärker und zukunftsfähig machen. Staatliche Popförderung als Hilfestellung für die Szene und als Imagefaktor für das Bundesland. Leiterin des Popbüros ist Alex Pagel, die aus Leipzig stammt und seit vielen Jahren als Projektmanagerin und Kulturkoordinatorin arbeitet. "artour" hat sie an ihrem neuen Arbeitsplatz besucht, um zu erfahren, was genau man sich darunter vorstellen kann: Popförderung. Und war mit Alex Pagel in Dresden auf der Veranstaltung "Laut Musikvideos gucken", wo Künstlerinnen und Künstler auch darüber sprachen, was sie sich von einem Büro für Popkultur erwarten und erhoffen. Mit dabei die Leipziger Band "Kapa Tult", die mit ihrem neuen Musikvideo explizit keinen Kommentar zum neuen Popbüro abgeben wollen, der Titel: "Es bringt mir nichts".
Autor: Rayk Wieland

* "Muddi - Zwölf Annäherungen an das Altern" - Ein Dokumentarfilm versucht den Dialog zwischen Boomern und der Silent Generation
Ein 75minütiger Dokumentarfilm, der im Wesentlichen eine alte Frau zeigt, die in ihrem Haus wie in einem Käfig zwischen Wohnzimmer und Küche hin- und her läuft, sich etwas zu essen holt, strickt, aus dem Fenster schaut und hin und wieder ein paar Runden mit dem Rollator dreht. Dazu fortwährend der traurige Singsang von alten Filmen und Serien, die im Fernseher laufen. Aus dem Off hören wir den Sohn der alten Dame sprechen - er erzählt von seiner Kindheit, von der Flucht aus dem Elternhaus, vom Wunsch, anders zu sein und vom Unvermögen, mit seiner Mutter heute einen Dialog zu beginnen. Zwischen ihr als Angehöriger einer Generation, die uns jetzt verlässt: Den Kriegskindern, die geschwiegen haben, die gearbeitet haben, die Zähne zusammengebissen und ihre Kinder mit der Härte aufgezogen haben, die sie selbst als Kind erlebt haben. Eine Generation, die die Soziologie die "Silent Generation" nennt. Der Filmemacher Sobo Swobodnik, der da mit seiner Mutter spricht, ist 59 und ein Boomer, einer aus jener Generation, die es mal besser haben sollten und die es tatsächlich besser hatten - im Westen oft mehr oder weniger im Wohlstand aufgewachsen und im Osten mit Aufstiegschancen und einer Utopie. Aber ein Gespräch zwischen beiden Generationen kommt ganz schwer oder gar nicht zustande.
Am 4. Dezember kommt der Film "Muddi" ins Kino.
Autorin: Petra Dorrmann

* Bandgeschichte mit deutschen Wurzeln – Film über "Steppenwolf"
Im Jahr 1969 eröffnet der Song "Born to be Wild" der amerikanisch-kanadischen Rockband "Steppenwolf" den Kultfilm "Easy Rider". Er wird zur Hymne einer ganzen Generation. Und die Band dadurch auf der ganzen Welt erfolgreich. Doch was kaum bekannt ist: Zwei der Bandmitglieder kommen ursprünglich aus Deutschland, John Kay und Nick St. Nicholas. Ihre Familien wandern Ende der 50er Jahre nach Toronto aus, wo die beiden in der pulsierenden Musikszene der Stadt Mitte der 60er aufeinandertreffen.
Der Dokumentarfilm "BORN TO BE WILD – EINE BAND NAMENS STEPPENWOLF" von Oliver Schwehm erzählt vom Aufwachsen der beiden Auswandererkinder im Nachkriegsdeutschland. John Kay, der mit seiner Mutter, einer Kriegswitwe, aus Ostpreußen flieht und schließlich in Hannover landet. Nick St. Nicholas, der als Sohn eines Offiziers der deutschen Marine in Plön, Schleswig-Holstein, aufwächst. Im Amerika der 60er werden sie als Jugendliche unabhängig voneinander angezogen vom Hippie-,Freedom- und Rock’n Roll- Lifestyle. Als ihre Wege sich kreuzen, sind sie kurz darauf Bandmitglieder.
In einem wilden, musikalischen Ritt zeigt der Film den Aufstieg, Ruhm und Verfall von Steppenwolf. Einer Band, die sich immer an der Grenze zwischen Mainstream und psychedelischem Untergrund befand. Und die heute auf eine Art sowohl legendär als auch vergessen ist. "artour" spricht mit dem Regisseur des Films, Oliver Schwehm. Der Film ist in der ARD Mediathek zu sehen.
Autorin: Lilli Klinger

* Immer mehr Krempel, überall
Ja, die Entropie nimmt stetig zu. Und der Krempel wird immer mehr. Es piept und fiept von den Geräten her, die uns umstellen. Vor allem auch ganz neue Dinge können unglaublich nervig sein und schlechter als ihre Vorläufer. Woran liegt das? Ein Buch des Kommunikationswissenschaftlers und Unternehmensgründers Gabriel Yoran mit dem schönen Titel "Die Verkrempelung der Welt" liefert eine fundierte Kritik unserer Konsumwelt.
Autorin: Elena Alvarez Lutz

* Kulturkalender
- Fotoausstellung Hans Christian Schink "Über Land", Museum der Bildenden Künste Leipzig, 27.11.2025 bis 01.03.2026
- "Märchen im Grandhotel", Operette von Paul Abraham, Premiere 6.12., Theater Erfurt
- Karl die Große - neues Album "Aufgehoben" und Tour, 5.12. Halle, 7.12. Dresden
Autorin: Ulrike Reiß

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 04.12.2025 um 21:15 Uhr auf MDR.