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phoenix history

Es war einmal in Nordirland
Sonntag, 23.03.2025 14:00 Uhr
Phoenix
Sonntag
23.03.2025
14:00 Uhr
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Bildquelle: ARD Foto
Bildquelle: ARD Foto

Film von James Bluemel, ARTE/ZDF, 2023

Fast 30 Jahre schwelte der blutige Nordirland-Konflikt und forderte über dreieinhalbtausend Menschenleben, bis er 1998 mit dem Karfreitagsabkommen beendet wurde. In der Doku wird diese Geschichte von Zeitzeugen erzählt, deren Leben sich für immer verändert hat: Von einem ehemaligen IRA-Kämpfer, von einer Polizistenwitwe  und von einem ehemaligen Loyalist.Im Nordirland der Nachkriegszeit werden Katholiken sozial benachteiligt und haben durch ein Wahlrecht, das Ärmere benachteiligt, auch weniger politisches Mitsprachrecht. In den 60er-Jahren werden Proteste von Seiten der Katholiken gegen dieses Ungleichgewicht häufiger. Die protestantische Minderheit fühlt sich zunehmend bedroht und nach gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der überwiegend protestantischen Polizei Nordirlands entsendet Großbritannien Soldaten. Obwohl diese zu Anfang von beiden Seiten freundlich empfangen werden, provozieren sie dennoch die Gründung der provisorischen IRA durch irische Nationalisten, die mit Waffengewalt den Anschluss an Irland erkämpfen wollen. Zeitzeugen berichten von ihrer Verstrickung in diese Spirale der Gewalt - vom Gefühl, gar keine andere Wahl zu haben.

Ehemalige Mitglieder der provisorischen IRA, einer protestantischen Miliz und der britischen Armee erzählen von der Welle von Anschlägen, die Nordirland erschütterte. Sie gipfelt 1972 im Januar im Bloody Sunday, an dem 14 demonstrierende Katholiken vom Militär erschossen werden: ein Wendepunkt und gleichzeitig die beste Werbung für die IRA, der sich viele oft noch sehr junge Männer anschließen. Im Juli desselben Jahres folgt ein neuer Höhepunkt der Gewalt, der Bloody Friday, eine großen Anschlagsserie der IRA in Belfast. Aus friedlichem Widerstand ist bürgerkriegsähnlicher Terror geworden.

Es war einmal in Nordirland - Immer mehr Tote

Film von James Bluemel, ARTE/ZDF, 2023

Fast 30 Jahre schwelte der blutige Nordirland-Konflikt und forderte über dreieinhalbtausend Menschenleben. In dieser Folge: Seit Anfang der 70-er Jahre nimmt die Gewalt zwischen den Konfliktparteien zu, Anschläge und Morde gibt es immer häufiger. Die Hinterbliebenen der Opfer, aber auch die Angehörigen der Inhaftierten werden mit Verlust, Angst und Ausgrenzung konfrontiert.

Seit Anfang der 70er Jahre nimmt die Gewalt zwischen den Konfliktparteien zu, Anschläge und Morde gibt es immer häufiger. Die Hinterbliebenen der Opfer, aber auch die Angehörigen der Inhaftierten werden mit Verlust, Angst und Ausgrenzung konfrontiert. June McMullin gehört zu denjenigen, deren Leben zerstört werden. Ihr Ehemann galt der IRA als legitimes Anschlagsziel, weil er ein Polizist war. Ausgerechnet nach einem Besuch bei ihr und dem neugeborenen Sohn auf der Entbindungsstation wird er auf dem Parkplatz der Klinik erschossen.

Lebenswege zerbrechen auf beiden Seiten der gespaltenen irischen Gesellschaft. Immer mehr regierungskritische Katholiken und IRA-Kämpfer werden in Hochsicherheitsanstalten, den sogenannten H-Blocks, inhaftiert. Anfangs genießen diese Häftlinge als politische Gefangene einen Sonderstatus im britischen Gefängnissystem. Doch als ihnen dieser entzogen wird, beginnen sie mit langjährigen Protestaktionen. 1981 münden sie in einem Hungerstreik, der neue Märtyrer schafft. Unter den Toten ist auch der Vater von Bernadette ODonnel, die an ihrem elften Geburtstag hinter dem Sarg ihres Vaters hergehen muss - Beerdigungszug und politische Demonstration zugleich.

Von der Wut der Frauen berichtet Bernadette ORawe. Als Frau eines inhaftierten IRA-Kämpfers fühlt sie sich allein gelassen in ihrer hilflosen Wut auf beide Konfliktparteien.

Es war einmal in Nordirland - Frieden ist möglich

Film von James Bluemel, ARTE/ZDF, 2023

Fast 30 Jahre schwelte der blutige Nordirland-Konflikt und forderte über dreieinhalbtausend Menschenleben. In dieser Folge: Der Wunsch nach Frieden auf beiden Seiten der Bevölkerung steigt, genau wie das internationale Interesse an einer Lösung des Konflikts. 1995 besucht US-Präsident Clinton Belfast, um sich für den Friedensprozess einzusetzen.

Das Wechselspiel aus Anschlägen und Vergeltungsattentaten zwischen IRA und protestantischen Milizen und die Militäreinsätze haben die Gräben zwischen Katholiken und Protestanten vertieft. Gleichzeitig wird immer deutlicher, dass es so nicht weitergehen kann.

Der Wunsch nach Frieden auf beiden Seiten der Bevölkerung steigt, genau wie das internationale Interesse an einer Lösung des Konflikts. 1995 besucht US-Präsident Clinton Belfast, um sich für den Friedensprozess einzusetzen. Die von Extremisten beider Seiten misstrauisch beäugten Verhandlungen münden 1998 schließlich im Karfreitagsabkommen, das von der nordirischen Bevölkerung per Referendum ratifiziert wird. Die Erleichterung ist überwältigend, aber unübersehbar ist auch, dass eine ganze Generation von dem Konflikt geprägt wurde. Noch heute wohnen Katholiken und Protestanten oft in verschiedenen Gegenden.

Zeitzeugen bricht heute noch die Stimme, wenn sie sich den Friedensschluss in Erinnerung rufen. Für den Ehemann eines Mordopfers war es der Sieg der Vernunft über seine Gefühle. Er stimmte für das Abkommen, obwohl dadurch der Mörder seiner Frau bereits nach zwei Jahren Haft wieder freikam. Auf beiden Seiten gab es Menschen, die den Frieden als Niederlage erlebten und gegen die Versöhnung eintraten. Am Ende war die Hoffnung auf ein Leben in Frieden stärker, als der Wunsch am zerstörerischen Hass in Nordirland festzuhalten. In einer der bewegendsten Begegnungen des Dreiteilers vergibt ein Mann dem Soldaten, der ihn als Kind angeschossen und zu einem Leben in Blindheit verurteilt hat.

Irland - Grüner geht's nicht

Film von Andreas Michels und Karl Waldhecker, WDR 2019

Der Film lädt ein zu einer Rundreise entlang der spektakulären Küste der Grünen Insel. Die Route führt von Dublin in den Norden nach Belfast und über Ballycastle und Derry nach Malin Head zum nördlichsten Punkt auf dem irischen Festland. Danach geht es weiter in den Westen nach Galway und Achill Island. Es werden praktische Tipps und konkrete Anregungen für eine Individualreise gegeben.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 23.03.2025 um 14:00 Uhr auf Phoenix.