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phoenix history

Geschichte des Kölner Karnevals
Sonntag, 11.02.2024 00:00 Uhr
phoenix
Sonntag
11.02.2024
00:00 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Film von Lutz Heineking Jr., Wilm Huygen und Dirk Kämper, WDR 
200 Jahre Kölner Karneval! Das bunteste und lauteste Fest in Köln feiert einen großen Geburtstag. Im Februar 1823 gründeten einige Männer aus der Kölner Oberschicht das sogenannte "Festordnende Komitee" - den Vorläufer des heutigen "Festkomitees Kölner Karneval". Dieser 'Urknall' war eine Reaktion auf das Ausufern des alten Festes in Orgien und Gewalt. Der Karneval war in Gefahr. Ein Verbot durch die preußischen Herrscher drohte. Das neue Komitee wollte nun das wilde Treiben in Bahnen lenken, Regeln aufstellen und das Feiern organisieren.
Auf den Tag genau 200 Jahre nach dem ersten Kölner Rosenmontagszug, der am 10. Februar 1823 unter dem Motto "Thronbesteigung des Helden Carnevals" um den zentralen Neumarkt zog, erzählt die 90-minütige Dokumentation eine Geschichte, die so nur in Köln stattfinden konnte. Dabei illustriert Archivmaterial aus fast hundert Jahren Karneval, wie in den vergangenen Jahrzehnten gefeiert wurde. In historischen Spielszenen wird die Zeit rund um das Jahr 1823 und die 'Erfindung' des organsierten Karnevals lebendig. Die Schauspieler Moritz Heidelbach und Piet Fuchs verkörpern die Protagonisten der Gründungszeit Heinrich von Wittgenstein und Matthias de Nöel.
Karneval mit Haltung
Die unbequemen Jecken von Küpper bis Kasalla
Film von WDR, 2020
Karneval ist für viele nicht mehr als Party mit Ballermann-Faktor. Doch Karneval kann mehr sein: Unterhaltung mit Haltung, politische Kante mit Humor. Gerade in Zeiten von Ressentiments gegen alles Fremde kann der Karneval mit seinen Millionen Zuschauern ein wichtiges Forum für Zivilcourage sein.
Es geht um die Kunst, als Karnevalist auch für das eigene Publikum zum Teil unbequeme Positionen zu beziehen. Der Film dokumentiert die derzeit mutigsten und politischsten unter den erfolgreichen Karnevalisten. Kasalla, Brings, Bernd Stelter und andere Bühnenstars. Sie sorgen für Stimmung und Lacher mit Nachhall. Viele dieser auch unbequemen Jecken haben ein Vorbild: Karl Küpper. Er war ein in den 1930er Jahren deutschlandweit bekannter Karnevalist, der sich im Dritten Reich nicht angepasst hat. Küpper hat Haltung gezeigt und wurde dafür bestraft. Er war der einzige Büttenredner, der die Nazis auf der Bühne verhöhnte. Mehrfach wurde er von der Gestapo misshandelt und verhaftet. Letztlich durfte er nicht mehr auftreten.
Schalom und Alaaf
Film von Nina Koshofer und Allon Sander, WDR 2021
Vorstellung des 2017 in Köln gegründeten jüdischen Karnevalsverein "Kölsche Kippa Köpp" (KKK) als Anknüpfung an den "Kleiner Köln Klub", der vor dem Zweiten Weltkrieg existierte. Rückblick auf die Beteiligung von Juden am Kölner Karneval der 20er und 30er Jahre, insbesondere Hans Tobar.
Begleitung der Vorstandsmitglieder Aaron Knappstein und Volker Scholz-Goldenberg bei ihrer Recherche zu den Ursprüngen der jüdischen Jekken und den verbindenden Elemente zwischen jüdischer Kultur und dem Kölner Karneval sowie der Entwicklung des Antisemitismus im Karneval .
Hexenwahn
Ein tödlicher Verschwörungsmythos
Film von Rainer Fromm, phoenix 2023
Die unheimliche Macht der Hexen. Im Bunde mit dem Teufel wird ihr Schadenszauber für Missernten und Seuchen, Not und Tod verantwortlich gemacht. Ein Verschwörungsmythos, der konsequent in geltendes Recht gegossen zur Grundlage systematischen Massenmordens wird. Im katholischen Fürstbistum Bamberg finden zwischen 1627 und 1632 die größten Massenprozesse und Hinrichtungen an sogenannten Hexen statt, die es je in Europa gab. 900 Menschen sterben, ein Drittel der Opfer ist männlich.
Bis heute hält sich die Auffassung, dass nur weise Frauen Opfer der Hexenverfolgung waren. Ebenso unausrottbar scheint der Mythos, die katholische Kirche trage die Schuld an der Tötung zehntausender Opfer europaweit. Die Auswertung historischer Akten zeigt jedoch deutlich, dass die Tötungsmaschinerie weltliches Verwaltungshandeln war. Dr. Johannes Staudenmaier vom Staatsarchiv Bamberg und der Historiker Prof.
Dr. Johannes Dillinger gehören zu den Experten des Filmes, die weit verbreiteten Irrtümern über die Geschichte des Hexenwahns Erstaunliches entgegensetzen.
In „phoenix history“ erinnern wir an herausragende historische Ereignisse und Entwicklungen, mit deren Vermittlung und Einordnung phoenix einen wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung leistet. Von der Antike bis zur aktuellen Zeitgeschichte spannt sich der Erinnerungsbogen. Auf diesen historischen Zeitreisen zeigen wir klassische Dokumentationen, Reportagen im Stil einer historischen Spurensuche bis hin zu großen zeitgeschichtlichen Doku-Dramen. Mit dieser Vielfalt der Formen wollen wir komplexe Themen besser verständlich machen.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 11.02.2024 um 00:00 Uhr auf phoenix.