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phoenix history

Zwanziger Jahre in Berlin
Sonntag, 04.02.2024 00:00 Uhr
phoenix
Sonntag
04.02.2024
00:00 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Mörder, Opfer und Ermittler
Film von Nathalie Boegel, ZDFinfo
Der Erste Weltkrieg ist überstanden, aus der Monarchie ist eine Republik geworden und ganz Berlin versucht trotz Aufständen, Hungersnot und Inflation, wieder auf die Beine zu kommen.
Während der Anfangszeit der Weimarer Republik erschüttern gleich zwei Massenmörder die Hauptstadt. Der eine hat es vor allem auf Liebespaare abgesehen, der andere bekommt den Beinamen "die Bestie von Berlin" und tötet nur Frauen.
In beiden Fällen dauert es Jahre, bis die Kriminalpolizei die Täter überführen kann. In der Folge entwickelt Kriminalrat Ernst Gennat die Berliner Mordinspektion mit seinen neuen Methoden zu einer der führenden weltweit.
Bedingt durch Armut und Verelendung steigt die Zahl der Eigentumsdelikte wie Diebstahl und Raub deutlich an. In der Hoffnung, schnell und bequem zu Geld zu kommen, vertrauen mehr als eine Viertelmillion Menschen ihre letzten finanziellen Reserven einem gewissen Max Klante an. Der selbst ernannte "Volksbeglücker" verspricht Renditen bis zu 600 Prozent. Erst, als sein System zusammenbricht, wird er vor Gericht gestellt.
Sündenbabel Berlin
Drogen, Sex und schwere Jungs
Film von Nathalie Boegel, ZDFinfo
In den 1920er Jahren ereignen sich in Berlin zahlreiche Mordfälle und andere schwere kriminelle Delikte. Die kriminalpolizeiliche Ermittlungsarbeit steckt jedoch erst in den Anfängen.
Der Berliner Kriminalrat Ernst Gennat entwickelt ein Verfahren, mit dem Mörder durch Tatortarbeit und Öffentlichkeitsfahndung ermittelt werden können. Mit großem Erfolg. Viele seiner Methoden sind bis heute weltweit Standard.
Zwei Tresorknacker allerdings, Erich und Franz Sass, führen die Berliner Kripo jahrelang an der Nase herum. Ihnen gelingt ein spektakulärer Einbruch in den Tresorraum der Berliner Diskontobank, den sie offenbar monatelang vorbereitet haben. Die Höhe ihrer Beute, die bis heute nicht gefunden wurde, ist unbekannt.
Sündenbabel Berlin
Traumfabrik und Todesengel
Film von Nathalie Boegel, ZDFinfo
Es sind die goldenen Jahre in Berlin. Tagsüber wird in großen Fabriken geschuftet, nachts in Bars und Varietés gefeiert und gezecht. Doch das Leben in der Stadt hat auch Schattenseiten.
Filmbranche und Nachtleben boomen, aber auch das Verbrechen. Ein Mord im Luxushotel "Adlon" wenige Wochen nach Ausrufung der Weimarer Republik und eine falsche Zarentochter: Das sind nur zwei der Kriminalfälle, die die Berliner Polizei vor Rätsel stellen.
Zwischen Vergangenheit und Moderne, gebeutelt von Wirtschaftskrise und Hyperinflation, ist Berlin eine zerrissene Stadt. "Sündenbabel Berlin" spiegelt die zum Bersten gespannte Stimmung der 1920er-Jahre wider den Tatendrang der jungen Berliner Generation, aber auch den Druck der rasant wachsenden Metropole.
Freizügigkeit der Goldenen Zwanziger
So schwer sich die Deutschen noch mit der jungen Demokratie der Weimarer Republik tun, so ausgelassen stürzen sie sich in die neue Freiheit. In keiner anderen Metropole wird so ausgelassen gefeiert wie in Berlin. Alkohol, Kokain und Heroin stehen hoch im Kurs, Prostitution ist allgegenwärtig. Flucht aus dem harten Alltag finden die Berliner auch in der Traumfabrik: Das Kino feiert große Erfolge, deutsche Stars wie Marlene Dietrich und die Tänzerin Anita Berber werden Ikonen.
Sündenbabel Berlin
Utopie und Untergang
Film von Nathalie Boegel, ZDFinfo
In den 20ern ist Berlin eine der größten Städte der Welt, eine Metropole des Fortschritts und des Exzesses. Auch die Berliner Unterwelt blüht auf - und übt auf viele eine große Faszination aus.
Berlin ist auch eine Metropole der Filmindustrie. In den Studios entstehen Meisterwerke wie "Nosferatu" oder "Metropolis". Die Filmschaffenden entwerfen neue Welten - während ihre eigene untergeht. Das Ende der Weimarer Demokratie wirft seine Schatten voraus.
Verbrechen beschäftigen die Stadt - und werden politisch ausgeschlachtet, etwa im Betrugsfall der drei Sklarek-Brüder. Die Sklareks, Söhne eines russisch-jüdischen Einwande
rers, kennt damals jeder Berliner als sagenhaft reiche Unternehmer. Mit ihrer Kleidervertriebsgesellschaft statten sie das Personal in Stadtbetrieben, Feuerwehr, Polizei und Krankenhäusern mit Berufsbekleidung aus. Die Einnahmen sprudeln, doch die Sklareks haben teure Hobbys: Pferderennen, verschwenderische Partys und mehr. Zu Gast sind hier auch Parteifunktionäre.
Ein Korruptionskandal hilft den Nazis
Es ist ein luxuriöses Leben bis einem Buchhalter Ungereimtheiten auffallen. Die Sklareks haben 13 Millionen Mark Schulden. Die Berliner erfahren aus der Zeitung, wie die Sklareks ihren sagenhaften Betrug organisiert haben: mithilfe von Schmiergeldzahlungen, unter anderem an einen Stadtrat, einen Bankdirektor und an die Frau des Oberbürgermeisters Böß. Eines der größten Gerichtsverfahren der Weimarer Zeit beginnt - mit 100 000 Reichsmark Prozesskosten.
Der Fall Sklarek ist für die aufstrebenden Nationalsozialisten ein gefundenes Fressen. Dass einzelne SPD-, KPD- und liberale Politiker darin verwickelt sind und sich haben schmieren lassen, werten sie als Beweis, dass die Demokratie insgesamt ein korruptes, untaugliches System sei.
In „phoenix history“ erinnern wir an herausragende historische Ereignisse und Entwicklungen, mit deren Vermittlung und Einordnung phoenix einen wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung leistet. Von der Antike bis zur aktuellen Zeitgeschichte spannt sich der Erinnerungsbogen. Auf diesen historischen Zeitreisen zeigen wir klassische Dokumentationen, Reportagen im Stil einer historischen Spurensuche bis hin zu großen zeitgeschichtlichen Doku-Dramen. Mit dieser Vielfalt der Formen wollen wir komplexe Themen besser verständlich machen.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 04.02.2024 um 00:00 Uhr auf phoenix.