

Die Geschichte der sorbischen und wendischen Dörfer in Zeiten des Braunkohlebergbaus steht im Mittelpunkt des Magazins Łužyca.
Moderator Christian Matthée ist deshalb im umgesiedelten Dorf Horno bei Forst/Lausitz unterwegs, das dem Tagebau Jänschwalde weichen musste. Der Bergbau in dieser Grube gehört seit wenigen Wochen ebenfalls der Geschichte an. Geblieben sind die schwerwiegenden Folgen für das niedersorbische Leben in der Lausitz. Viele Dorfgemeinschaften wurden durch die Abbaggerung der Orte zerstört. Zu DDR-Zeiten hatte das besonders gravierende Auswirkungen.
Nach der Wende bemühten sich die Bergbauunternehmen immerhin, die sorbische und wendische Kultur finanziell zu unterstützen. Der Schriftsteller und Publizist Jurij Koch hat dem langen Kampf um das Dorf Horno in seinen "Grubenrandnotizen" ein Denkmal gesetzt.
Im Magazin Łužyca kommen aber auch Zeitzeugen wie der ehemalige Bürgermeister von Horno, Bernd Siegert, oder Waldemar Lobert zu Wort, der schon vor 40 Jahren sein Heimatdorf Tranitz verlassen musste. Die Industrialisierung der Lausitz durch die Kohleindustrie hat auch indirekte Folgen bis heute.
Weil Zehntrausende Arbeiter mit ihren Familien ins sorbische Siedlungsgebiet kamen, wurden Jahrhunderte alte Wurzeln der slawischen Kultur so weit überlagert, dass sie mancherorts kaum erkennbar sind. Der Streit ums sorbische Siedlungsgebiet beschäftigt seit Jahren die Gerichte. Verwaltungsrichter müssen beurteilen, ob die niedersorbische / wendische Kultur in bestimmten Dörfern erloschen ist oder nicht. Nun fallen die letzten wichtigen Urteile, die sehr zwiespältig aufgenommen werden.
"Luzyca" - auf deutsch "Lausitz" - wird in niedersorbischer Sprache mit deutschen Untertiteln ausgestrahlt.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 24.01.2024 um 02:45 Uhr auf RBB.